21. Dezember 2014

Walter Moers - Das Labyrinth der Träumenden Bücher




Autor: Walter Moers
Titel: Das Labyrinth der Träumenden Bücher



Verlag: btb
ISBN: 978-3-442-74617-0
Erschienen: 2013
Seiten: 429





Hildegunst von Mythenmetz, der grösste Schriftsteller Zamoniens, suhlt sich auf der Lindwurmfeste in seinem Erfolg. da erreicht ihn ein mysteriöses Schreiben, das ihn verlockt, dem Wohlleben Adieu zu sagen und nach Buchhaim, der "Stadt der Träumenden Bücher", zurückzukehren. Dort trifft er auf eine neuerbaute Stadt, die vor Leben rund um das Buch nur so vibriert. Und er begegnet alten Freunden, wie dem Lindwurm Ovidios und den Antiquaren Hachmed Ben Kibitzer und Inazea Anazazi, aber auch neuen Phänomenen und Wundern der Stadt.




Ein weiteres Meisterwerk aus der Feder von Moers - ach nein, ich korrigiere: Mythenmetz.

Und wieder werden wir nach Buchhaim mitgenommen, wo sich inzwischen einiges verändert hat. Dabei beweist der Autor wieder sein unglaubliches Talent für Ideen, detailreiche Beschreibungen von fantastischen Lebewesen, buchtastischer Architektur und tolle Erlebnisse. Hildegunst läuft staunend durch die neuen Strassen von Buchhaim - und wir mit ihm. Denn diese Stadt wurde nochmals komplett neu und doch altbekannt erfunden, als sie schon im ersten Buch geschaffen wurde.

Der Schreibstil ist intelligent, humorvoll, abwechslungsreich und doch flüssig zu lesen. Noch besser sind wiederum die wunderbaren Illustrationen, die diese Bücher ebenfalls zu etwas Besonderem machen. So treffen wir wieder auf die Schreckse Inazea, die mir irgendwie immer sympathischer, wenn auch komischer wird. Aber auch andere alte und neue Freunde kreuzen die Wege, einige höchst sympathisch, andere etwas rüpelhafte Wesen und sicherlich haben sich wieder falsche Freunde eingeschlichen, doch das erfährt man noch nicht jetzt. 

Denn dieser Roman schliesst (leider?) mit einem Cliffhanger. Das macht die Geschichte zwar unglaublich spannend, aber wie soll ich das bitte bis Oktober 2015 aushalten?! Ich muss jetzt sofort weiterlesen, muss wissen wie es weitergeht, so kann es noch nicht enden - auch nicht zwischenzeitlich. Auch wenn sich der "Übersetzer" Walter Moers dafür nett entschuldigt, dass wir uns noch gedulden müssen, kann ich es dennoch kaum erwarten, auch das "Schloss der Träumenden Bücher" zu lesen und mich in dessen Seiten zu verlieren.

Ein wahres Highlight ist das Theater. Ich möchte hier jedoch nicht spoilern, weswegen ich dazu nichts Genaueres schreiben möchte. Aber soviel muss ich erwähnen: LEST ES! Es ist einfach grandios und wohl meine Lieblingskapitel in diesem Buch. Im Gegenteil fand ich kleine Passagen über den Puppetismus (die dazugehörige "Puppenkultur") etwas langatmig erzählt, obwohl inhaltlich eigentlich auch interessant. Das dürfte aber wohl der einzige kleine Abzug sein. Ausserdem kamen diesmal die Buchlinge meiner Meinung etwas zu kurz und ich hoffe auf ein grosses Treffen mit ihnen im nächsten Band - ich vermisse sie schon!

Auf jeden Fall ist der 2. Roman von Mythenmetz / Moers wieder eine tolle Entführung nach Buchhaim, eine herrliche Realitätsflucht in das "Bücherliebe-Land" und macht ungeheuer Lust auf Abenteuer und auf den 3. Teil.

Ein fantastischer Schmöker eines höchst talentierten Schreibers und Illustrators!



4,5 von 5 Lese-Echsen




Walter Moers, 1957 in Mönchengladbach geboren, ist der Erfinder des "Käpt'n Blaubär" und hatte einen weiteren grossen Erfolg mit den Bpchern um die Figur "das kleine Arschloch". "Die Stadt der träumenden Bücher" wurde mit dem Phantastik-Preis 2005 der Stadt Wetzlar ausgezeichnet.
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