29. Januar 2014

Literarischer Ausflug London

Liebe Leser,

auf meinem Blog ist es einiges ruhiger geworden und ich möchte mich dafür entschuldigen. Wie ich schon im Sommer erklärte, bin ich die letzten Monate auf Reisen und habe somit weniger Zeit zu lesen und auch weniger deutschsprachige Bücher im Koffer. Doch eine Leseratte braucht keine Büche, um auf literarische Reisen zu gehen, denn überall auf der Welt findet man buchtastische Sehenswürdigkeiten. Bei meinem Ausflug nach London durften einige Highlights deshalb nicht fehlen und die möchte ich euch hier zeigen.


Kings Library in der
British Library
London ist nicht nur Drehort, sondern Heimat von Harry Potter und seinen Freunden. Am Bahnhof Kings Cross findet man die Platform 9 3/4 nach Hogwarts, die St. Pancras Station ist im Film zu sehen (u.a. fliegen Harry und Ron mit dem launischen Auto über den Bahnhof als sie den Howarts Expresss verpassten.). Ausserdem haben sich die Eltern von J.K. Rowling am Kings Cross getroffen und auch die British Library liegt nur einen Steinwurf entfernt.





In der Baker Street (übrigens die erste Metrostation der Welt) liegt zum einen das Sherlock-Holmes-Museum. Um die Ecke liegt aber auch Madame Tussauds und einiger ihrer Wachsfiguren sind literarische Persönlichkeiten. So hatte ich das Vergnügen Oscar Wilde, Charles Dickens und Shakespeare "persönlich" zu treffen.

 
 
In einem weiteren Stadtviertel fühlte ich mich hingegen in einen Film versetzt. Kein Wundern, denn ich schlenderte die Portobello Road entlang in Notting Hill. Wer kennt den Film mit Hugh Grant und Julia Roberts, die sich in seinem Buchladen verlieben, nicht? Sein Buchladen ist heute ein Schuhladen und steht ironischerweise wegen dem Film teuer gewordener Mieten immer mal wieder zum Verkauf. Dennoch sieht es noch aus wie im Film.
  

   
H.Grants blaue Haustür                                 Sein "Travel Book" Buchladen, wo sie sich verlieben
 
 
Doch nicht nur Notting Hill ist Schauplatz von Filmen beziehungsweise Büchern. London ist Heimat von Harry Potter, Peter Pan (dessen Statue ich bei einem Spaziergang im Hyde Park traf), Sherlock Holmes und weiteren fantastischen Helden unserer Kindheit oder auch aktuellen Lesevergnügen. London ist aber auch Heimat von unzähligen Autoren - in der Vergangenheit, heutzutage und wird es auch in der Zukunft sein.
 
Peter Pan
 

 
Sherlock Holmes


14. Januar 2014

Laura Walden - Das Geheimnis des letzten Moa

Autor: Laura Walden
Titel: Das Geheimnis des letzten Moa
 
 
 
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3-404-16531-5
Erschienen: 2011
Seiten: 523
 

 
Malerische Landschaften, grosse Gefühle - und eine Liebe, die an Lügen zu scheitern droht
 
Voller Vorfreude tritt Grace die lang geplante Neuseelandreise an. Doch das Wiedersehen mit ihrer Urlaubsliebe, einem jungen Maori, entpuppt sich als herbe Enttäuschung. Da kommt der Berliner Biologin die Zusammenarbeit mit der Professorin Suzan Almond sehr gelegen. Sie forscht ebenfalls über die Moas, die ausgestorbenen Riesenvögel Neuseelands. Schon bald vermutet Grace, dass es in Suzans Leben ein dramatisches Ereignis gegeben haben muss. Sollte dieses Ereignis etwas mit Grace' eigenen Vergangenheit zu tun haben? Auf der Suche nach ihren Wurzeln stösst sie auf ein lang gehegtes Familiengeheimnis, dessen Folgen bis heute zu spüren sind...
 
 
 
 
Ein Roman, der mich mal begeistern, mal nervt. So bleibe ich mit gemischten Gefühlen hier sitzen und kann die Geschichte nicht schlechtreden, aber auch nicht in den Himmel loben.
 
Angefangen beim Typus "Neuseelandsaga". Ist immer das Gleiche? Ja und nein. Ja, Grace ist schlussendlich auf der Spur ihrer Vergangenheit und ihrer wahren Familie. Ja, sie verliebt sich in einen Maori und das ganze wird kompliziert. Ja, der Roman beinhaltet auch wahre Orte und Gegebenheiten Neuseelands, er stammt ja aus der Feder einer Autorin, die selber gerne und häufig in dieses Land reist. Nein allerdings, da diese Geschichte doch nicht wie die anderen abläuft. Nein, es gibt kein Happy End mit dem Maori, wegen welchem sie nach Neuseeland reist. Nein, ganz so absehbar ist dann doch nicht alles. Absehbar ist allerdings, dass diese Suzan eine spannende Geschichte zu erzählen hat, die mit der Vergangenheit von Grace zu tun hat. Absehbar insofern, dass es Geheimnisse und Intrigen in der Familiengeschichte gab und gibt.
 
Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und abgesehen von kleinen Tippfehlern (die zwar stören, aber nichts an sich mit der Geschichte zu tun haben) sehr nett. Ich musste mich erst etwas hineinlesen, warm werden mit ihrem Stil, der zwar nicht besonders eigensinnig ist, aber nicht ganz meinem persönlichen Leserhythmus entsprach. Das verging jedoch nach einer Zeit und die Beschreibungen zeugen eindeutig von selbst erlebten Eindrücken, wie die Autorin auch im Nachwort andeutet und sich u.a. bei diversen Bed-and-Breakfast-Besitzer und Ortskundigen bedankt. Ausserdem hat das Land die Autorin nicht nur zu diesem einen Buch, das in Neuseeland spielt, inspiriert und das merkt man.
 
Die Figuren waren mir manchmal sympathisch, manchmal weniger. Mit einigen wurde ich gar nicht erst warm, mit anderen konnte ich lange mitfühlen bis sie etwas getan haben, das ich nicht mehr nachvollziehen konnte oder bis eine andere Ansicht auf die Dinge bekannt wurde. In dem Roman handelt es hauptsächlich von Frauen über 4 Generationen und ziemlich verstrickten Familienverhältnissen. So wechselt die Erzählung mal von Hier und Heute ins Dort und Damals, wobei 2 Geschichten mit 2 Hauptfiguren entstehen, die über die Zeitspanne zusammen hängen. Ein typisches Vergangenheit-Familiengeheimnis-Heute-Muster für solche Romane. Diese Geschichte ist allerdings so sehr verstrickt und Verwandtschaftsgrade verzwickt, dass selbst geübte Leser dieses Genre den Stammbaum mit Konzentration im Kopf basteln müssen.
 
Leider hatte ich Momente, bei welchen ich mich über die Geschichte geärgert habe, weil es mir an Echtheit fehlte. Das kam vor, wenn etwas zu klischeehaft war oder der Zufall allzu zufällig war, um wahr zu sein. Auch nervt mich ehrlich noch jetzt, dass die Hauptfrauen des Romans allesamt die gleichen Fehler in der Liebe machen und als verbitterte Frauen enden irgendwie. Klar sind Charaktereigenschaften teilweise vererbbar, doch hier wusste ich manchmal nicht weiter. Ein Bastard, ein Geheimnis, eine unerwiderte Liebe, eine unmögliche Liebe, eine Trennung durch Missverständnisse oder eine Heirat nach Gesellschaftsgründen...das ist nichts Neues und absehbar, doch hier meinte es die Autorin etwas zu gut und so hat jede Generation dieser Geschichte einen Bastard, eine unglückliche Liebe, eine....naja, eben etwas zu übertrieben.
 
Wer also Neuseeland mag, verzwickte Liebesgeschichten und nicht genug von Familiengeheimnissen kriegen kann - eine absolute Empfehlung. Wer weniger Fan von Seifenopern im Land der Maori ist - wahrscheinlich zu viel des Guten.
 
 
 
3,5 von 5 Lese-Echsen
 
 
 
Laura Walden studierte Jura und verbrachte als Referendarin viele Monate in Neuseeland. Das Land fesselte sie so sehr, dass sie es zum Schauplatz eines Romans machen wollte. Wenn Laura Walden nicht zu Recherchen in Neuseeland weilt, lebt sie mit ihrer Familie in Hamburg. Laura Walden ist ihr Pseudonym.
 
Mehr auf: Laura Walden
 
 
 

12. Januar 2014

Die Regenbogen-Challenge 2014

Liebe Leser,

da hat mal wieder Herr Ehrgeiz an meiner Tür geklingelt und Frau Verstand den Kopf verloren. Mein letztes Lesejahr war dank meines Auslandpraktikums leider ziemlich schwach und mit neuem Eifer möchte ich ins Lesejahr 2014 starten - deswegen halse ich mir nicht nur eine, nein sogar zwei Jahreschallenges auf! Bei der einen handelt es sich um Mandy's Bücherchallenge 20/14, bei welcher Bücher nach bestimmten Eigenschaften / Bedingungen gelesen werden sollten. Nun bin ich auch noch über die Regenbogen-Challenge gestolpert. Und weil ich es immer schon gerne bunt hatte und mein SuB wächst und wächst und wächst... (ihr kennt das Problem?), mach ich auch gerne bei dieser Challenge mit!




Die Regeln:
- Jeden Monat soll mindestens 1 Buch der jeweiligen Farbe gelesen werden.
- Es dürfen auch andere Farben mit auf dem Cover sein, aber die Monatsfarbe muss den Grossteil des Covers ausfüllen.

Die Monate und Farben:

Januar - WEISS
Februar - GELB
März - ORANGE
April - ROT
Mai - ROSA / PINK
Juni - LILA
Juli - GRÜN
August - BLAU
September - BUNT (lustigerweise mein Geburtsmonat!)
Oktober - BRAUN
November - GRAU / SILBER
Dezember - SCHWARZ

Wie immer ist jeder herzlich eingeladen, wer mitmachen und mitlesen möchte!
Die Rezensionen findet ihr wie immer auf meiner Rezi-Seite und auf der Challenge-Seite verlinkt.

Auf Wiederlesen !
Eure Lese-Echse

3. Januar 2014

Jahresrückblick 2013

So schnell rennt die Zeit und das Lesejahr 2013 ist schon wieder vorbei. Wie im Sommer angekündigt, habe ich die letzten Monate wegen meines Auslandpraktikums weniger Zeit zum Lesen gefunden. Und so zeigt sich das dann auch in meiner Jahresstatistik. Ich wage es kaum zu schreiben, aber ich habe 20 Bücher WENIGER als letztes Jahr gelesen =(

Also erst die Zahlen

Bücher gelesen: 38
Bücher durchschnittlich pro Monat: 3,166
Seiten gelesen: 14'790
Seiten durchschnittlich pro Monat: 1'232,5

Stärkster Monat: April = 5 Bücher / 1'962 Seiten
Schwächster Monat: September = 1 angelesenes Buch (Oktober beendet)

Aktueller SuB / WL: 107

Das Jahr in Bildern

Die schönsten Cover
 
 
 
Cover, die mir nicht (sehr) gefallen haben
 
 
 
Highlights des Jahres
 
 
 
Enttäuschungen des Jahres
 
 
 
 
Was ich mir für 2014 vorgenommen habe?
Zum einen die Buchchallenge 20/14 von Mandy (mehr klick *HIER*) und meinen SuB wenn möglich um einen Drittel oder sogar um die Hälfte zu kürzen. Am liebsten würde ich die 60-Bücher-Marke knacken bis Ende Jahr. Wir werden sehen....
 
...auf die Seiten, fertig, los !


Anika Beer - Als die schwarzen Feen kamen

Autor: Anika Beer
Titel: Als die schwarzen Feen kamen



Verlag: cbj
ISBN: 978-3-570-40147-7
Erschienen: 2012
Seiten: 447




 
Als ein gefährlicher Schwarm schwarzer Feen Marie bedroht und alle, denen sie nahesteht, in Gefahr bringt, gibt es nur einen, der ihr helfen kann: Gabriel, der mysteriöse Junge, der die dunklen Wesen zu sehen vermag, die sich in den Schatten der Menschen verbergen. Doch als Marie sich entschliesst, Gabriels Hilfe zu suchen, haben die schwarzen Feen die Grenze zu unserer Welt bereits durchbrochen...
 
 
 
Ein spannender Jugend-Fantasy-Roman, den ich nur herzlich empfehlen kann.
 
Obwohl mir Marie erst nicht allzu sympathisch war, fieberte ich schliesslich mit ihr mit. Fürchtete mich und freute mich mit ihr. Die Figuren sind gut ausgearbeitet, wobei mir besonders die Schattenwesen gefallen haben, auch wenn diese sehr hässlich sind. Die Idee der Autorin finde ich besonders spannend: Dass jeder einen Schatten hat und in diesem Schatten ein dunkles Wesen, was sozusagen die Ängste und Abgründe jedes Menschen symbolisiert. So trägt jeder seine schwarzen Seiten mit sich und jeder besitzt einen Schweinehund (beziehungsweise dunkle Fabelwesen seiner dunklen Emotionen). Maries Schattenwesen sind dabei die Feen, welche sich Zugang in die Realität verschafft haben und aus ihrem Schatten flüchten. Doch die Feen sind nicht die einzigen Wesen, die ein Tor in unsere Welt gefunden haben...
 
Die Welt der Schattenwesen ist mysteriös, dunkel und unheimlich. Die Autorin hat wahres Talent zu fantastischen Geschichten bewiesen und nimmt uns auf eine Jagd gegen die Zeit mit. Einige Kapitel spielen in der Obsidianstadt (der Parallelwelt der Feen), die meisten Kapitel spielen jedoch in dieser Welt, aus der Sicht von Marie und einige Male aus Sicht von Gabriel erzählt. Die Geschichte zeigt Probleme und Abgründe der wahren Welt und bleibt dennoch ein fiktiver Roman. Eine gute Balance zwischen Recherche und Fantasie.
 
Der Schreibstil ist einfach und einfach magisch. Mit wenigen Worten entsteht eine Atmosphäre, die den Leser in das Buch saugt. Ob Streitigkeiten mit der besten Freundin in der Schule, ob der Besuch beim Therapeuten oder ein Gespräch im Krankenhaus. Die Sprache ist simpel, aber immer angepasst und nicht künstlich oder übertrieben Jugendsprache.
 
Eigentlich traue ich mich kaum, weiter zu erzählen ohne zu spoilern. Fest steht, dass das Buch ein kleiner Schatz ist und in jedes Buchregal gehört aller Liebhabern von dunklen Jugendfantasy.
 
 
 
5 von 5 Lese-Echsen
 
 
Anika Beer ist ein Herbstkind des Jahres 1983 und wuchs in der Bergstadt Oerlinghausen am Teutoburger Wald auf. Die Welt der fantastischen Geschichten begleitet sie seit frühester Kindheit: Sie lernte mit 3 Jahren lesen, im Alter von 8 bekam sie eine Schreibmaschine und fing an, erste Geschichten zu schreiben. Anika Beer begeistert sich für Kampfkunst und fremde Kulturen und lebte nach dem Abitur einige Zeit in Spanien, bevor sie in Bielefeld eine stelle an der Universität annahm.
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