31. Juli 2014

Julia Zange - Die Anstalt der besseren Mädchen


Autorin: Julia Zange
Titel: Die Anstalt der besseren Mädchen


Verlag: Suhrkamp
ISBN: 978-3-518-42025-6
Erschienen: 2008
Seiten: 158






Loretta ist Mitte Zwanzig und kein bisschen erwachsen. SIe lebt in ihrer eigenen Blasenwelt aus Mode und Lifestyle. Nachts treibt sie sich in Künstlerkreisen herum, tagsüber bekommt sie ohne die To-do-Zettel ihres Freundes nichts geregelt. Loretta wird schwanger und bringt ein selten hübsches Kind zur Welt. Völlig überfordert mit der Situation, haut sie eines Tages mit ihrer Tochter ab und landet in einem abgelegenen Hof: einem vom Arbeitsamt finanzierten, püppchenhaft-utopischen Mädchencamp mit eigenen Regeln. Tappt Loretta in die nächste liebliche Falle?




Etwas ganz Unerwartetes und irgendwie sehr unübereinstimmend mit meinen Erwartungen. Trotzdem sehr poetisch, entführend und etwas verwirrend.

Der Schreibstil fällt sofort auf. Es ist kein schnell wegzulesender Roman trotz der geringen Seitenzahl. Auch ich machte den Fehler und dachte mir "ein hübschen Büchlein für zwischendurch". Mitnichten. Kleine Gedichte, Reime sind in die relativ kurzen Kapitel eingebettet. Die Geschichte wird aus Sicht von Loretta erzählt, aber nicht von ihr direkt. Die Wortwahl ist sehr bedacht, der Klang und das Zusammenspiel von Sprache scheint im Vordergrund zu stehen und eben wie gesagt kommt das Ganze sehr poetisch über die Bühne. Die Satzstruktur ist etwas eigenwillig, weswegen ich mich erst etwas einlesen musste, um den Lesefluss auf angenehmes Terrain zu bringen.

Die Figuren waren mir grössenteils eher unsympathisch. Dies muss jetzt aber bitte nicht negativ bewertet werden, denn starke Figuren können (oder sind sogar besonders) die bösen oder depressiven oder sonst nicht ganz normalen Persönlichkeiten. Aber eben dies macht diese ja auch aus. Loretta empfand ich als naives, verwöhntes Dings, das vieles erhält ohne Dank, sogar eher mit Gleichgültigkeit, was mich manchmal sogar sehr ärgerte, wenn sie etwas nicht wertschätzte. Ihr Baby steht indirekt im Mittelpunkt, weil es sozusagen der "Gegenstand" ist, der Loretta komplett aus der Bahn wirft. Der Vater des Kindes war mir zwar noch am sympathischsten, aber auch nicht wirklich mein Freund. Ansonsten kommt der Roman mit erstaunlich wenigen Personen zurecht. Hinzu kommen lediglich einige Mädchen aus der Anstalt.

Die Welt des Hofes bzw. der Anstalt ist eine rosa Seifenblase, ein zuckerguss-klebriges Farmleben, ein sommerliches Gemälde....schön anzusehen, aber erschreckend oder unglaubwürdig darin zu leben. Erst wirkt es noch sehr einladend, später ist es "zu schön um wahr zu sein" oder "irgendwas muss daran faul sein". Da ich nun nicht spoilern möchte, lasse ich den Leser entdecken, was es damit auf sich hat. 

Für mich war dieses kleine Buch eine Überraschung, etwas Neues, Ungewohntes, es hat mich entführt, aber ich bin auch froh, ihm wieder entkommen zu sein. Am Schluss liess es mich mit einem Gefühl zurück, als wüsste ich nicht genau, was ich überhaupt davon halten soll.



3 von 5 Lese-Echsen



Julia Zange wurde 1983 in Darmstadt geboren, sie lebt und studiert in Berlin. 2005 gewann sie den Hildesheimer Prosanova-Wettbewerb, 2006 belegte sie zusammen mit zwei weiteren Kandidatinnen den ersten Platz beim open mike Berlin. Dies ist ihr erstes Buch.


28. Juli 2014

Bücherfragen TAG

Ein neuer TAG über Bücher, den ich bei den Booktubern aufgegriffen habe.


1. Mit wie vielen Jahren hast du angefangen zu lesen?
Seit ich lesen kann? Also mit ca. 6-7 Jahren, seit ich zur Schule gehe eben...

2. Welches Genre liest du am meisten?
Hauptsächlich Schmöcker, Jugendbücher, Fantasy, Mystery, etwas Krimi und etwas ChickLit...aber eigentlich querbeet.

3. Liest du lieber alleine oder zusammen?
Ich lese oft alleine, wollte aber schon immer einmal an einer Lesenacht teilnehmen. 

4. Kannst du auch lesen, wenn jemand im Hintergrund redet,  bzw. wenn du beim Arzt sitzt oder so?
Wenn das Buch spannend ist sicher! Im Wartezimmer, Zug / Bus, etc. geht meistens auch, wenn nicht gerade weinende oder freudig kreischende Kinder anwesend sind. Bei TV oder Radio bin ich meist schneller abgelenkt.

5. Wie viele Bücher liest du pro Monat?
Sehr unterschiedlich. Ich möchte wieder auf stabile 6 Bücher im Monat kommen, was einmal mein Durchschnitt war. Je nach Studium (Prüfungszeit / Semesterferien) und Arbeit sind es meist zwischen 2 und 6 Bücher. Mein "Rekord" waren glaub ich 8 und es gab schon einen Monat mit nur knapp 1 Buch.

6. Wie lange liest du etwa am Tag?
Es gibt Tage, an denen ich keine einzige Seite lese. An anderen Tagen kann ich stundenlang in einem Buch versinken und auch gleich ein ganzes Buch an einem Tag verschlingen. Alles schon vorgekommen.

7. Wie bist du aufs Lesen gekommen?
Dank meiner Mutter, die mir erst vorgelesen hat und später, als ich selber gelesen habe, mich mit Buchnachschub gefüttert hat.

8. Schreibst du Bücher bzw. Geschichten selbst?
Ich habe unzählige Ideen und schreibe an allen immer mal wieder weiter. Zu Ende habe ich bis jetzt erst Kurzgeschichten gebracht....aber was noch nicht ist, kann ja noch werden...

9. Liest du auch in den Ferien?
Vor allem in den Ferien, also freien Tage! Das heisst: Wenn ich in ein fremdes Land vereise, lese ich am Strand, vor dem Zubettgehen im Hotel, in Bus/Zug/Flugzeug...aber den Tag nutze ich für Erkundungen und Ausflüge.

10. Findest du es blöd, wenn jemand nicht liest?
Ich finde es schade. Man kann ja mal versuchen, die Person mit der Bücherliebe anzustecken, aber wenn's nicht klappt, ist's zwar blöd gelaufen, aber kein Weltuntergang.

11. Findest du Lesen wichtig?
Sicher! Lesen ist Grundausbildung und verhilft zu Wissen -->  Wissen ist Macht ! Somit alles gesagt =)

12. Lesen in deiner Familie auch viele Leute?
Meine Mutter, Tante, Freundin....alle weniger als ich und nur wenn sie Zeit haben, aber sie lesen. (Scheint eine Frauensache zu sein, das Lesen...)

13. Gibt es schlechte Bücher?
Jein. Natürlich finde ich einige Bücher schlechter als andere....aber über Geschmack streite ich ungern.

14. Welches ist dein Lieblingsbuch?
Ich kann mich nie nur für eins entscheiden, deswegen eine kleine Auswahl: Nachtzug nach Lissabon (Pascal Mercier), der verborgene Garten (Kate Morton), die Landkarte der Liebe (Lucy Clarke), Zeit der Gespenster (Jodie Picoult), Gute Geister (Kathryn Stockett), die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry (Rachel Joyce)....etc.


15. Was sagen Leute aus deiner Familie und Freunde darüber, dass du Video (Youtube) drehst bzw. einen Bücherblog (Frage von mir angepasst) hast?
Ähm....entweder wissen sie gar nichts davon, oder sie meinen einfach, dass es toll ist, dass ich ein Hobby habe, das mir so viel Spass bereitet und dass ich so viel lese.


Mary Janice Davidson - Man stirbt nur zweimal




Autorin: Mary Janice Davidson
Titel: Man stirbt nur zweimal


Verlag: LYX
ISBN: 978-3-8025-8276-9
Erschienen: 2010
Seiten: 214



Betsy Taylor hat Probleme, wie sie nur eine Vampirkönigin haben kann. Wie um Himmels willen soll sie einen Konflikt mit den Wyndhamer Werwölfen verhindern, wenn sie mit einer Leiche im Handgepäck bei ihnen auftaucht? Und zwar der Leiche eines Rudelmitgliedes? Und als wäre das noch nicht genug, macht Betsys Halbschwester ihr einen Riesenärger. Die Tochter des Teufels scheint es auf Betsys untotes Leben abgesehen zu haben...


Vampir-ChickLit mit schwarzem Humor? Versuch ich gerne mal, weil ich ChickLit und besonders schwarzer Humor sehr mag und den Vampiren wieder einmal eine Chance geben möchte...

Naiv und unwissend ging ich an die Lektüre und fand erst danach heraus, dass es eine ganze Reihe Betsy-Romane gibt und dieser Teil etwa das zehnte (von 18) Buch ist. Also fehlte mir ein ganzes Stück Vorgeschichte der Figuren und Gegebenheiten, was man leider gemerkt hat. Zwar gibt die Autorin auf der ersten Seite eine kurze Einführung, eine Art "was bisher geschah", was auch etwas hilft, aber leider zu viel Information ist, um sofort alles zu verstehen. 

Der Schreibstil fand ich leider etwas künstlich. Betsy ist zwar sehr sarkastisch, ironisch, voller schwarzer Humor und frecher Sprüche, was ich normalerweise sehr mag. Doch leider wirkte es sehr gewollt, die Pointe gesucht und der Spass inszeniert. Die Autorin schaffte es höchstens mich wenige Male zum Grinsen zu bewegen. 

Die Figuren fand ich mitunter am bizarrsten. Ich verstand die Beweggründe von fast allen kaum, ihre Reaktionen fand ich unerwartet, manchmal sogar unlogisch oder wie gesagt künstlich. Alles scheint dem Witz, den bissigen Sprüchen zu dienen. Doch mir  war das zu konstruiert und leider nicht glaubwürdig.

Zu dem Buch kam ich dank einer Spezialreihe von Weltbild, die fünf Romane verschiedener Autoren, aber alle über das Thema Vampire, mit gleichem Cover-Layout zusammenstellte. Das sieht sehr toll aus im Regal und eigentlich könnte man meinen, dass man die Romane einzeln sollte lesen können. Warum sie ein Buch aus einer so langen Reihe auswählten, kann ich nicht wirklich nachvollziehen. 

Unterm Strich konnte ich den Roman leider nicht ernst nehmen und kam mir oft vor wie in einer Vampir- und Werworlf-Version von Sex and the City - und das teils noch als Parodie. Mein Geschmack hat es definitiv nicht getroffen. Mit dieser Rezension möchte ich auch niemanden angreifen, dem die Betsy-Reihe gefallen könnte. Ich persönlich habe jedoch entschieden, dass ich kein weiteres Betsy-Buch lesen werde.




0 von 5 Lese-Echsen



Mary Janice Davidson wurde am 1. August 1969 geboren und lebt heute mit ihrer Familie in Minnesota. Sie schreibt vor allem paranormale Romanzen und steht regelmässig auf der The New York Times- und USA Today Bestsellerlisten.




23. Juli 2014

Amanda Eyre Ward - Was im Schatten blieb




Autorin: Amanda Eyre Ward
Titel: Was im Schatten blieb



Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3-499-25862-6
Erschienen: 2012
Seiten: 282





Der Preis des Vergessens

Lauren war gerade sechs Jahre alt, als ihre Mutter ermordet wurde. Der Mörder: Laurens Vater, davon war das Gericht damals überzeugt. Seit über zwanzig Jahren sitzt er im Gefängnis. Seit über zwanzig Jahren hat hat Lauren den Kontakt zu ihm abgebrochen. Jede Erinnerung an die Mordnacht hat sie verdrängt. Doch als ihr Bruder Alex spurlos verschwindet, entdeckt Lauren in seinen Unterlagen einen Hinweis auf ein Schmuckstück, das am Tatot gefunden wurde. Laurens Mutter trug keine Jadeohrringe. Lauren wird klar, wenn sie erfahren will, was in jener Nacht wirklich geschah, muss sie sich ihren eigenen Erinnerungen stellen...



Ein Glücksgriff in die Mängelexemplarkiste im Kiosk! Ein paar Münzen aus der Tasche gekramt und gleich verschlungen, dank der geringen Seitenzahl und der tollen Spannung.

Es fängt gleich mittendrin an beziehungsweise mit der Mordnacht. Man erfährt alles über diesen einen Abend, die Gäste und vor allem die Familie von Lauren, gewürzt mit einigen ihrer Kindheitserinnerungen. Doch über den Mord selbst (noch) nicht. Dann wird man in die Gegenwart, also 20 Jahre später, katapultiert, als Lauren immer noch mit den Folgen der damaligen Nacht und ihrem aktuellen Leben kämpft. 

Der Roman ist in 5 kleinere Bücher aufgeteilt und wird abwechselnd aus Laurens Sicht und aus Sylvias Sicht erzählt (Sylvia ist eine Person, die ich aus Spoiler-Gründen nun hier nicht weiter erkläre). Ihre Geschichten beginnen sich dann immer mehr zu verknüpfen, obwohl es anfangs scheint, als hätte es überhaupt nichts miteinander zu tun. Im 5. Buch kommt dann aber das grosse Finale, die Auflösung, dein Feinheiten des zuvor verstrickten Netzes, die wahre Geschichte und ein Ausblick in die Zukunft. 

Der Schreibstil hat mir sehr zugesagt. Ich war sofort mitten in der Geschichte und genoss das Gleichgewicht an direkter Sprache und Beschreibung. Alle Figuren, besonders die Hauptfiguren Lauren und Sylvia waren mir höchst sympathisch und authentisch. Über einige Nebenfiguren hätte ich gerne etwas mehr erfahren oder den Fokus etwas mehr auf eine andere Person gelenkt, aber das ist ja Geschmackssache. 

Einzige Kleinigkeit, die mich etwas stört: Auf dem Cover ist zwar ein hübsches, aber blondes Mädchen. Doch Laurens Familie kommt aus Indien, auch wenn sie New York (wo die Geschichte grösstenteils spielt) geboren wurde. Dementsprechend "dunkel" (Haare, Augen, aber auch Hautfarbe) sehen sie aus. Und auch Sylvia ist nicht blond (obwohl ich sie mir während dem Lesen blond vorgestellt habe, aber das ist meine eigene Psyche. Irgendwie sind Sylvias für mich einfach blond...sorry). Das Cover gefällt mir also sehr, ich finde es nur schade, passt es damit nicht recht zur Geschichte. Aber wie gesagt: eine Kleinigkeit.




4.5 von 5 Lese-Echsen



Amanda Eyre Ward wurde in New York geboren und lebt heute mit ihrer Familie in Austin, Texas. Bereits ihr erster Roman "die Träumenden" stiess auf ein begeistertes Echo - die Produktionsfirma von Sandra Bullock erwarb die Filmrechte. "Was im Schatten blieb" ist das 4. Buch der Autorin.
Mehr auf: Amanda E. Ward




22. Juli 2014

Elina Halttunen - Alles gut auf der Insel




Autorin: Elina Halttunen

Titel: Alles gut auf der Insel



Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-24849-5
Erschienen: 2011
Seiten: 298




Liebe Mama,
komme gerade vom Schwimmen. Oma hatte ihren zitronengelben Badeanzug an, und Tante Ester hat himmliche rote Grütze gekocht. Hannu und Jussi sind auch hier! Und dann hat Oma uns aus einem Buch vogelesen: Mädchen sind aus Zucker, Blumen, Ingwer und Zimt gemacht." Schön nicht?
Deine Maria

Marias Erinnerungen an die Insel Manvik sind voller Farben, Düfte und Gefühle. Manvik - das Paradies ihrer Kindheit. Doch warum ist Oma damals aufs Meer hinausgeschwommen und nie mehr zurückgekehrt.




Ein sehr gefühlvoller, nostalgischer, ruhiger Roman. Ein Buch voller Erinnerungen, die Geschichte eines Mädchens und mit ihrer Lebensgeschichte auch die Geschichte einer ganzen Familie. 

Anfangs musste ich etwas in den Schreibstil finden, weswegen mein Lesefluss leider nicht so flüssig und angenehm war, wie erhofft. Die Autorin schreibt sehr poetisch und es gelingt ihr, aus der Sicht eines Mädchens zu schreiben: Kleinigkeiten im Alltag, die Erwachsenen kaum oder nicht auffallen oder Gründe, die man nur mit kindlichem Kopf so verstehen kann. Leider war mir das Ganze jedoch auf die Länge doch zu grau, trotz der vielen bunten Eindrücke. Es wurde mir zu langatmig, trotz oder wegen genauen Beschreibungen und kleiner Ereignisse.

Das Verschwinden der Oma ist leider nur anfangs und am Ende im Gespräch, den ganzen restlichen Roman hindurch ist es "einfach ein Fakt". Hinzu kommen sehr viele Zeitsprünge, die nicht wirklich (nur durch Absatz, nicht durch Kapitel oder Titelt) abgetrennt wurden. Da die Geschichte aus Sicht von Maria erzählt wird, allerdings in unterschiedlichem Alter, erkennt der Leser nur schwer in welcher Zeit man sich gerade befindet. Ein Beispiel: Die Oma verschwindet, dann erinnert sie sich an den Tag davor (als Kind). Auf der nächsten Seite ist sie erwachsen (und die Oma somit weg), doch dann kommen wieder Erinnerungen einer Reise (schon ist die Oma wieder da). Meiner Meinung wurden die Zeitsprünge nicht eingeleitet, gekennzeichnet oder als Erinnerungen kenntlich gemacht, weswegen ich bis zum Schluss nicht wirklich den Überblick hatte und auch jetzt keine Chronik aufzeigen könnte. Leider sehr verwirrend.

Die Geschichte beinhaltet auch viele Namen, und da es sich um schwedische und finnische Namen handelt, hatte ich auch da wenig Übersicht, abgesehen von den Hauptfiguren. Die Geschichte erzählt über menschliche Beziehungen und so ist nicht nur Oma im Fokus, sondern auch Hannu und Jussi, die Eltern von Maria, Opa und Cousin und Tanten/Onkel. Jede Person könnte sicherlich die Geschichte wieder anders erzählen.

Unterm Strich ein toller Erinnerungs-Roman, still und poetisch, nostalgisch...und leider auch chaotisch, unsortiert und traurig. Spannung gibt es keine, trotz dem Verschwinden der Oma, wobei ich mir mehr erhofft habe (der Grund für ihr Verschwinden z.B.). Das Cover hingegen gefällt mir immer noch, besonders weil die Rückseite an eine Art Postkarte erinnert.




2.5 von 5 Lese-Echsen




Elina Halttunen, geboren 1952, lebt als Drehbuchautorin und Dramaturgin in Helsinki. Sie besuchte die Theaterhochschule in Helsinki und schrieb Drehbücher für viele erfolgreiche finnische Fernsehserien. Dies ist ihr erster Roman.



13. Juli 2014

Projekt 10 Books ---> failed =(

Jaaaa, ihr habt richtig gelesen. Mein Projekt 10 Books ist gescheitert. Die einzige, aber wichtigste Regel habe ich gebrochen: Keine Bücher kaufen bis ich meine ausgewählten 10 Bücher gelesen habe. Meine aktuelle Bilanz sieht leider etwas anders aus: 1 Buch gelesen, 7 Neuzugänge. Was soll man da sagen? Oopps?

Also gibt es nun ein Neuzugänge-Eintrag für euch. Folgende Bücher sind eingezogen:




Schuld daran war ein Mängelexemplar-Tisch von Weltbild mit dem hübschen, aber verhängnisvollen Schild
"1 Buch = 5 Schweizer Franken / 3 Bücher = 10 Schweizer Franken"

Oder mit anderen Worten: "Lese-Echse - auf was wartest du noch?"



Glücklich mit einer Tasche voller Bücher lief ich also nach Hause. Da ich die Regel sowieso schon gebrochen habe, gesellte sich später auch nochmals ein Bücher (Leonardo da Vinci) dazu. Und nun heisst es Lesen Lesen Lesen, weil mein SuB wieder unplanmässig in die Höhe gewachsen ist.



Wie sieht das bei euch aus? Macht ihr beim Projekt 10 Books mit und falls ja, haltet ihr durch?

Liebe Grüsse,
eure Lese-Echse

11. Juli 2014

Nicole Walter - Wie Sonne und Mond




Autorin: Nicole Walter
Titel: Wie Sonne und Mond



Verlag: Knaur
ISBN: 978-3-426-51144-2
Erschienen: 2013
Seiten: 346






Zwei Schwestern, so verschieden wie Tag und Nacht, wie Sonne und Mond: Birgit, glücklich verheiratet, zwei Kinder, ein großes Haus am See. Kira, Weltenbummlerin, unstet und rebellisch aus Prinzip. 

Nach Jahren treffen die beiden ungleichen Schwestern wieder aufeinander, und Birgit beginnt ihr ganzes bisheriges Leben in Frage zu stellen: Hat sie wirklich die richtigen Entscheidungen getroffen? Soll sie noch einmal ganz von vorne anfangen?




Da klang der Klappentext so vielversprechend, lockte mich das fruchtig-leichte Cover und so erhoffte ich mir eigentlich eine schnelle, unterhaltsame Lektüre....was dann leider gar nicht der Fall war.

Angefangen beim Schreibstil, der mir persönlich gar nicht zusagte. Man kann nicht behaupten, dass die Autorin nicht schreiben könne, es ist mehr eine individuelle Einschätzung. Ihre kurzen Sätze, schon fast Satzfragmente wirken irgendwie "poetisch-gewollt". Lesefluss kam bei mir leider nicht auf und so fühlten sich die 346 Seiten wie 500 an. Mir fehlten Beschreibung, die zwar durchaus liebevoll, aber an anderen Stellen auch wieder komplett arbiträr (und somit wenige Male sogar verwirrend oder paradox) waren. Ich wurde einfach nicht warm damit.

Auch die Personen im Buch. Ich glaube, die einzige mir sympathische Figur war das Hündchen von Kira. Nebenfiguren waren zwar zahlreich vorhanden, jedoch unterschiedlich klischeehaft oder zweidimensional, leider. Birgit und Kira wurden liebevoll ausgearbeitet, wie auch andere Personen, die in den Hauptfokus der Geschichte rücken. Doch konnte ich einige Handlungen von allen echt nicht nachvollziehen. 

Ganz allgemein muss ich sagen, dass dieser Erzählstil aufgesetzt für mich wirkte. Und obwohl auf emotionaler Ebene viel passiert, so lässt mich das Buch nun am Ende doch mit einem komischen Gefühl zurück. Dem Gefühl, dass eigentlich gar nicht viel passiert ist. Oder dann passierten Dinge, die ich nicht weiter wichtig empfand für die eigentliche Geschichte, wodurch diese Teile irgendwie fehl am Platz wirken. 

Ich kann mir vorstellen, dass das Buch dennoch erfreute Leser/innen hat und sich an Beliebtheit freut. Mir persönlich hat es jedoch nicht viel gesagt, hat mir zu wenig Spannung, Handlung, Anreiz gegeben. Vielleicht habe ich mir einfach zu viel davon versprochen, mich zuvor zu fest darauf gefreut und mich damit selbst enttäuscht schlussendlich. Fakt ist, dass es einfach nicht meinen Geschmack treffen konnte.




2 von 5 Lese-Echsen





Nicole Walter hat Sprachen in München studiert und dann als Werbetexterin und freie Journalistin gearbeitet. Seit 1994 schreibt sie überaus erfolgreich Drehbücher für Fernsehserien und -filme und zählt heute zu den erfolgreichsten und gefragtesten Drehbuchautorinnen Deutschlands.

Mehr auf: Nicole Walter

2. Juli 2014

Kresley Cole - Verführung der Schatten



Autorin: Kresley Cole
Titel: Verführung der Schatten



Verlag: LYX 
ISBN: 978-3-8025-8324-7
Erschienen: 2010
Seiten: 427





Der Dämon Cadeon Woede wird von Schuldgefühlen geplagt. Vor 900 Jahren wurde sein Bruder Rydstrom vom Thron gestürzt, und Cade fühlt sich dafür verantwortlich. Er hat geschworen, alles daranzusetzen, Rydstrom erneut zum König zu machen. Seine letzte Chance ist ein Pakt mit einem finsteren Magier: Cade soll ihm die attraktive Holly ausliefern. Doch die Halbwalküre weckt in dem Dämon eine tiefe Leidenschaft. Kann er Holly aufgeben, um seinen Schwur zu halten?




Gut, Geschmäcker sind verschieden. Und man muss ja nicht alles mögen und trotzdem die Meinung anderer akzeptieren....aaaaaber....
Wer nun nicht mein Gemotze lesen möchte bzw. das Buch dennoch lesen möchte, sei hier bitte vorgewarnt: 

*SPOILER-ALARM* Bitte hier nicht weiterlesen, wenn man nicht zu viel über die Geschichte erfahren möchte !!! *SPOILER-ALARM*


Ihr seid vorgewarnt. Jeder, der jetzt trotzdem weiter liest, ist selber Schuld!

Also ehrlich gesagt war es überhaupt nicht mein Buch. Mein Genre war es sowieso nicht, aber ich gebe allem Möglichen eine Chance, weil ich so auch schon Überraschungen erleben durfte. Ausserdem fällt es mir sehr schwer ein angefangenes Buch einfach abzubrechen. Doch dieser Roman konnte mich bis zum Schluss leider nicht überzeugen.

Bei der Hauptfigur Holly war ich mir immer mal wieder unsicher, ob sie mir sympathisch ist oder eben doch nicht. Cadeon war weder das eine noch das andere, sondern einfach eine Hauptfigur. Bruder Rydstrom nimmt eine unerwartete Nebenrolle ein und ist für die Handlung (abgesehen, dass er das schlechte Gewissen von Cade weckt) überhaupt unwichtig, weil er gleich zu Beginn in eine Falle tappt und somit gefangen wird. Jegliche andere Figuren bleiben sehr zweidimensional. Ausser Niix, eine durchgeknallte Wahrsagerin, haben mich die Personen aber auch nicht weiter interessiert.

Der Spannungsbogen ist wohl die Reise von Holly und Cadeon, bis er sie dem Magier ausliefert. Leider kommt aber so gar keine Spannung auf. Die beiden reisen einfach durch die Geschichte, von Checkpoint zu Checkpoint (keine Ahnung, warum es die braucht), bis sie in der Burg des Bösewichts ankommen und Cade Holly ausliefern und somit verraten muss. Mittlerweilen haben die zwei sich aber tiefstgründig ineinander verliebt, obwohl Holly ihn von Anfang an verachtet und ihr normales Leben zurück möchte. Die Haupthandlungen sind eine Anreihung von Streitereien, Verfolgungsjagden / Kämpfe und Liebesgeschnülze und Sexszenen. Dabei wirkt es, als würde die Autorin einfach ihre Fantasien oder Klischees geniessen: Die beiden necken und beglücken sich im Hotelzimmer, auf dem Auto, in einer zugeschneiten Holzhütte, in der Badewanne....bla bla bla. 

Der Schreibstil liest sich zwar angenehm, brilliert jedoch auch nicht mit Sprachperlen. Sehr nervig fand ich, dass für den Leser immer nochmal alles wiederholt wird. So liest man etwas wie "Holly zieht eine Schnute, weil er nicht antwortete, was sie wollte" und dann Hollys Gedanken danach "Sie war enttäuscht, weil sie eine andere Antwort von ihm erhoffte". Ausserdem wird der Leser alle paar Kapitel daran erinnert, dass Cadeon ja seit 900 Jahren seine Frau sucht und das schwarze Schaf in der Familie ist und sich die Schuld gibt, weil sein Bruder Rydstrom nicht mehr auf dem Thron sitzt (ob und wie der Bruder für seinen Thron kämpft, bleibt dabei jedoch unerwähnt) und dass er im Tausch für Holly dieses Schwert bekommt, um den König zu töten...

Zusammengefasst ist es wohl eine Art Fantasy-Schnitzeljagd mit zwei Softporno-Darstellern. Ein böser Dämon, der schlussendlich der Traummann per se ist. Eine Professorin mit putz-kontrollfreak-ähnlichen Manien wird zur kämpferischen, super, sexy Walküre und Heldin. Abgesehen von einigen unterhaltsamen, frechen Dialogen, leider bloss ein Haufen Klischees und gar nicht mein Gusto.



1 von 5 Lese-Echsen




Kresley Cole arbeitete früher als Trainerin und Athletin. Sie hat einen Master-Abschluss in Englischer Literatur. Damals verfasste sie schon Zeitungsartikel und Buchbesprechungen am College, 2002 veröffentlichte sie ihren ersten Roman und spezialisierte sich seither auf historische und Fantasy-Liebesromane. Sie lebt heute mit ihrem Mann in Florida.
Mehr auf: Kresley Cole