27. September 2014

Kristin Harmel - Solange am Himmel Sterne stehen




Autorin: Kristin Harmel
Titel: Solange am Himmel Sterne stehen


Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3-442-38121-0
Erschienen: 2013
Seiten: 475






Eine Liebe so unvergänglich wie die Sterne am Himmel...

Rose McKenna liebt den Abend. Wenn am Himmel über Cape Cod die ersten Sterne sichtbar werden, erinnert sie sich - an die Menschen, die sie liebte und verlor, und von denen sie nie jemandem erzählte. Doch Rose hat Alzheimer. Sie weiss, dass bald neimand mehr an das junge Paar denken wird, dass sich einst die Liebe versprach... 1942 in Paris. Als sie ihre Enkelin Hope bittet, nach Frankreich zu reisen, ahnt diese nichts von der herzzerreißenden Geschichte, die sie dort entdecken wird - von Hoffnung, Schmerz und einer alles überwindenden Liebe...




Ein emotionaler, "süsser" Schmöcker, der so viel mehr zu bieten hat als eine Liebesgeschichte. Es geht um echte Weltgeschichte, Krieg und Verlust, Liebe und das tägliche Leben, Vergangenheit und Zukunft....eine Geschichte, in der man einfach versinken muss.

Ich muss gestehen, ganz zu Anfang fand ich etwas langatmig. Nicht langweilig, aber es könnte schneller vorwärts gehen. Mit der Zeit verstand ich jedoch, dass es sich lohnte und dass es für die spätere Geschichte als Basis dient und als Erklärung. Man muss erst warm werden mit den Figuren, sie verstehen und lieben lernen, umso mehr spürt man später auch ihre Verluste, begreift ihre Geschichten und fühlt total mit. 

Der Schreibstil lässt den Leser von Seite zu Seite fliegen. Die Spannung der Geschichte reisst jeden mit nach Frankreich, um die Vergangenheit von Rose zu verstehen. Eine Schnitzeljagd nach Hinweisen wird zu Meilensteinen einer Familiengeschichte und lehrt wichtige Kleinigkeiten für den Alltag, die eben doch so viel grösser sind als wir. Alle Figuren, besonders die Hauptfiguren, sind spürbar mit viel Herz und Empathie geformt, sodass wohl nicht nur die Autorin selbst ein Verlust spürte, als das Buch zu Ende war. Die letzte Seite lässt aufatmen, weil Hope Antworten gefunden hat und ihre Familie in Harmonie lebt, weil das Buch so gut war und doch der kleine Stich....weil die schöne Lektüre zu Ende ist. Aber man kann es in Erinnerung weiter mit sich tragen.

Das Stück Weltgeschichte, das die Autorin in ihre fiktive Geschichte eingewoben hat und sicherlich gut recherchiert, ist wichtig und obwohl es bekannt scheint, doch immer wieder anders. Aus einer anderen Sicht, von einer anderen Familie, einem anderen Schicksal, das anderen Schicksalen dermassen gleicht und sich dennoch unterscheidet. Alte Wunden bleiben gross, aber man lernt, sich mit den Schmerzen und Konsequenzen zu arrangieren.

Ein sehr süsser und toller Teilaspekt ist die Bäckerei. Abgesehen davon, dass ich bei der Lektüre immer mal wieder Heisshunger auf Backwaren verspürte, war es ein Traum. Ich konnte regelrecht Vanille riechen, als hätte ich selbst Kekse gebacken. Und so kam es auch dazu, weil dieser Roman tatsächlich Rezepte beinhaltet !!! Natürlich musste ich für die Rezension mindestens eins ausprobieren und habe mich für die Cape-Cod-Kekse (mit Cranberries und weisser Schokolade) entschieden. Man findet auch Apfelstrudel, Blaubeer-Muffins, die von Rose so geliebten Sterntörtchen. Was es aber genau mit diesen Süsswaren auf sich hat, oder wem nun auch schon der Sabber im Mund zusammen läuft, muss das Buch lesen =) 
Absolut empfehlenswert !!!





5 von 5 Lese-Echsen



Kristin Harmel (Jahrgang 1979) hat bereits einige Romane veröffentlicht und mit Medien wie People und Glamour zusammengearbeitet. Mit Solange am Himmel Sterne stehen erfüllt sie sich den Wunsch, eine grosse Geschichte von Liebe und Verlust über Generationen hinweg zu erzählen. Es ist ihr erster Roman, der auf Deutsch erscheint, und er wird derzeit in 13 Sprachen übersetzt. Kristin Harmel lebt in Orlando, Florida.


Mehr auf: Kristin Harmel




13. September 2014

Liebster Award erhalten

Vor ungefähr einer Woche habe ich diesen hübschen Award erhalten:



Dafür möchte ich mich ganz ganz herzlich bei Mila Shou bedanken möchte !!!

Mit diesem Award sollen kleine, noch unentdeckte Blogs mehr Aufmerksamkeit erlangen, was ich grundsätzlich auch gerne unterstütze. Ich möchte hier aber auch erklären, warum ich diesen Award zwar dankend annehme, die Spielregeln aber nicht weiter befolgen werde. Dabei soll man 11 Fragen beantworten, neue 11 Fragen formulieren und 11 Blogs mit weniger als 200 Followern nominieren. Da ich jedoch u.a. auch aus Zeitgründen nicht weitere 11 Blogs mit weniger als 200 Followern kenne und selber folge, ist es wiederum schwierig diese zu nominieren. Ausserdem fliegen diese Awards in der Blog-Community schon rege hin und her und dann doch wieder nur unter den Blogs, die sich gegenseitig kennen, was somit nicht unbedingt den unbekannten Blog zu mehr Aufmerksamkeit verhilft.

Ich werde somit sehr gerne die 11 Fragen von Mila beantworten, aber keine neuen Fragen erstellen und keine weiteren Blogs nominieren. Jedoch ist jeder herzlich eingeladen sich selbst zu nominieren und darf mit meiner Einverständnis unter diesem Eintrag in den Kommentaren "Werbung" für seinen Blog machen.

Die 11 Fragen von Mila sind:

1) Auf was schaust du zuerst, bevor du ein neues Buch aus dem Bücherregal in der Buchhandlung nimmst? Cover? Autor? Verlag?
- Ganz ehrlich lasse ich mich gerne von Covern, Farben und Schriftzügen, verführen. Autoren können ebenfalls meine Aufmerksamkeit auf Bücher lenken. Verlage aber erst beim zweiten Blick.

2) Liest du lieber im Sitzen oder im Liegen?
 - Meist lese ich im Sitzen, aber auch deshalb, weil ich im Liegen schneller einschlafe oder mir das Buch irgendwann ins Gesicht fällt bzw. meine Ellbogen zu schmerzen beginnen (je nachdem ob man auf dem Rücken oder Bauch liegt). Da ich aber meist auf dem Sofa, im Bus oder Zug lese, lese ich eben im Sitzen.

3) Wenn du dir einen beliebigen Charakter aussuchen kannst, mit welchem würdest du in einer Zombieapokalypse kämpfen?
 - Mit Anna aus "Anna im blutroten Kleid" (Kendare Blake), weil sie nicht nur aussergewöhnlich stark ist, aber auch eine gute Freundin sein kann, an deren Seite es sich lohnt zu kämpfen.

4) Gibt es ein Buch, dessen Charaktere du magst, aber deren Geschichte nicht?
 - Es kam schon vor, dass sich eine mir sympathische Figur als Bösewicht entpuppte. An eine spezifische Figur kann ich mich im Moment aber nicht erinnern.

5) Stell dich vor dein Bücherregal, schliess die Augen und nimm wahllos ein Buch heraus. Schlag es auf der letzten Seite auf und schreibe den letzten Satz auf (ohne den Titel des Buches zu nennen.) Dein Statement zu diesem Satz?
 - "Ohne einander loszulassen, standen sie am Wasser und schütteten sich aus vor Lachen." Ein wundervoller Satz ein Buch zu beenden. Ein Ende, das ein schönes Bild im Kopf projiziert, wenn man das Buch zuklappt.

6) Mit welcher Farbe würdest du dein Lieblingsbuch vergleichen?
 - Bunt. Nicht nur, weil auch das Cover ziemlich bunt ist, sondern weil es auch um das Reisen geht, um fremde und diverse Kulturen und deshalb auch um alle Farben der Welt, die dunklen wie auch die hellen Farben, wie das Leben helle und dunkle Zeiten kennt.

7) Gibt es eine Geschichte in deinem Kopf, die du noch nie irgendwo gelesen hast? Wenn ja, welche?
 - Weil ich ja selber schreibe, ist mein Kopf voller Geschichten. Geschichten, die ich noch erzählen möchte, die hoffentlich nicht schon erzählt wurden und die ich nun nicht hier erzählen werde.

8) Du hast die Möglichkeit dir eine Fähigkeit / Eigenschaft eines Charakters zu eigen zu machen. Welche wäre das?
 - Nicht nur mit den Augen, aber auch mit dem Herzen zu hören wie in "Herzenhören" von Jan-Philip Sendker. Denn echte Schönheit und Liebe sieht man eben nur mit dem Herzen.

9) Happy End. Ja oder Nein? Wieso?
 - Kommt sehr auf das Genre und die spezifische Geschichte an. Natürlich liest man gerne Happy Ends. Aber ganz ehrlich muss ich auch zugeben, dass es nachvollziehbar bleiben muss. Happy End, die erzwungen oder im ersten Kapitel absehbar sind, bieten einfach keine Spannung und zeigen wenig Fantasie. Ein Ende muss für mich ein Abschluss darstellen, Rätsel lösen, vielleicht einen Ausblick geben...auf jeden Fall nicht nur ein Sad End sein, aber auf Teufel komm raus auch nicht Happy End.

10) Welches Buch hat dir gezeigt, was es bedeutet zu lesen?
  - Michael Ende, die unendliche Geschichte. Nicht nur das Buch, sondern auch der Film, den ich sicher schon hundertfach gesehen habe. Bücher entführen in andere Welten und Fantasia wäre nichts ohne uns sowie wir nichts wären ohne Fantasia und ihre Bewohner.

11) Aus welchem Grund würdest du den Krieg dem Frieden vorziehen?
 - Aus keinem, ausser der Krieg dient dazu, Frieden herzustellen. Aber das ist eine lange Geschichte...


Tess Gerritsen - Der Anruf kam nach Mitternacht




Autorin: Tess Gerritsen
Titel: Der Anruf kam nach Mitternacht


Verlag: MIRA Taschenbücher (Cora)
ISBN: 978-3-899-41-327-4

Erschienen: 2007 (2. Auflage)
Seiten: 300




Die Welt der internationalen Geheimdienste kannte die junge Washingtoner Wissenschaftlerin Sarah Fontaine bislang nur aus dem Kino. Das ändert sich, als sie vom Mord an ihrem Mann Geoffrey in Berlin erfährt und sich auf die gefährliche Suche nach der Wahrheit macht. Ein Albtraum beginnt, bei dem sie nur einen Verbündeten hat, der zu ihr hält: Nick O'Hara, enger Mitarbeiter des Botschafters in Washington. Gemeinsam verfolgen sie eine heisse Spur nach London, kommen hinter ein bizarres Doppelleben, das Geoffrey geführt hat. Doch bevor sie verstehen, was passiert,, sind sie Gejagte in einem mörderischen Spiel, in dem Informationen alles und Menschenleben nichts bedeuten...


Ab und zu juckt mich ein Krimi, ein Thriller oder Ähnliches und so fiel mir Tess Gerritsen in die Hände. Ohne Vorkenntnisse der Autorin, obwohl man ihren Namen auf einigen Roman lesen kann.

Ihr Schreibstil entführte mich sofort in die Geschichte und so ist der Leser ziemlich schnell und einfach  mit Sarah Fontaine auf der Flucht. Dies ist, was ich an Krimi und Thrillern sehr mag: Es geht meist sofort zur Sache. Keine lange Einführungen oder Hintergrundgeschichten, Aufbau oder langes Vorstellen von Figuren. Nein. Sofort Mord, Flucht, Hinterhalt, Polizei...man wird mit und wie die Hauptfigur aus dem alltäglichen Leben gerissen und muss sich mit einer neuen, spontan entwickelten Situation herumschlagen.

Mit Sarah wurde ich schnell warm und konnte mich sehr gut in sie hinein versetzen. Die anderen Figuren blieben etwas zweidimensional, was der Geschichte allerdings auch nicht schadete. Einige Beschreibungen liessen mich jedoch an bekannte Muster und Vorurteile denken (so in etwas "die Hauptfrau ist eigentlich nicht hübsch, aber die Schönste auf Erden für ihn" und "er ist gutaussehend ohne es zu wissen, intelligent aber nicht arrogant" etc.), was ich leider etwas schade fand. 

Die Handlung spaltet mich in zwei Meinungen: Die Verbindung von Sarah und Nick ist voraussehbar und zeigt wenig Fantasie. Die kriminelle Handlung, die Jagd und Suche hingegen, ist fesselnd und spannend. Oder mit anderen Worten: Love Flop, Crime Top.

Unterm Strich ist es gute Unterhaltung ohne besonders brutal zu sein, keinen speziellen Humor hat, Lovestory nicht wirklich etwas Neues, Thriller gibt es wahrscheinlich einiges Spannenderes....aber langweilig wurde mir nie und der Roman ist angenehm schnell zu lesen.



3,5 von 5 Lese-Echsen




Tess Gerritsen studierte Medizin und arbeitete mehrere Jahre als Ärztin, bis sie für sich das Schreiben von Romantic- und Medical-Thrillern entdeckte. Die Kombination von fesselnden Storys und fundierten medizinischen Kenntnissen brachte ihr den internationalen Durchbruch. Sie ist ebenso die Autorin der Rizzoli-&-Isles-Thrillern (als Serie verfilmt). Sie lebt mit ihrem Mann und den beiden Söhnen in Massachusetts.

Mehr auf: Tess Gerritsen




3. September 2014

Morgan Callan Rogers - Rubinrotes Herz, eisblaue See



Autorin: Morgan Callan Rogers
Titel: Rubinrotes Herz, eisblaue See



Verlag: Knaur
ISBN: 978-3-426-50956-2
Erschienen: 2010
Seiten: 427



"Es war gut, dass Grand mich liebte, denn in dem Frühjahr als ich vierzehn wurde, hätte mir jeder andere einen Zementsack ans Bein gebunden und mich im Meer versenkt."

Florine lebt geborgen bei ihren Eltern und ihrer Grossmutter an der Küste Maines - bis ihre Mutter eines Tages verschwindet. Das Mädchen versteht nicht, wie das Leben um sie herum weitergehen kann, und gibt die Hoffnung nie auf.


Wenn ich an dieses Buch denke, fallen mir immer nur 2 Adjektive ein: zauberhaft und traurig.

Die Geschichte von Florine ist ein Schicksal, das man niemandem wünscht, das aber dennoch passieren kann. In diesem Fall begleitet man Florine durch ihre komplette Jugend und damit durch die ca. 10 Folgejahre nachdem ihre Mutter Carlie verschwand. Man taucht regelrecht in ihre Gefühlswelt hinein und wird somit auch sehr schnell warm mit der Figur. Sehr sympathisch war mir aber auch Carlie, weswegen auch ich sehr traurig war, dass sie so bald aus dem Buch verschwindet. 

Der Schreibstil ist sehr angenehm und beweist die Erzählkunst der Autorin. Sie entführt mit ausgewählten Worten in die Welt der Trauer, Verarbeitung, aber auch Liebe und Hoffnung, gemischt mit den üblichen "Problemen" des Erwachsenwerdens, weiss Florine logischerweise manchmal nicht mehr, wo ihr der Kopf steht. Weitere Personen, Florines beste Freunde, der Vater Leeman, ihre Grossmutter Grand und weitere Dorfbewohner. Alle sind ebenfalls mit Liebe und Detailtreue gestaltet und tragen mal mehr, mal weniger zur Geschichte bei.

Sehr schade fand ich, dass das Buch gegen meine Erwartungen, nicht Carlies Verschwinden aufklärt. Nicht einmal eine kleine Fährte wird gelegt. Aber tatsächlich steht nicht der Grund ihres Verschwindens, sondern der Fakt, dass sie verschwand, im Mittelpunkt und Florine ist die Hauptperson. 

Auch das Ende enttäuschte mich leider. Allgemein kann ich sagen, dass die Geschichte wenig vorhersehbar ist, was ich sehr gerne mag. In der Mitte empfand ich es daher aber auch mal als langatmig und wie gesagt, das Ende war zwar überraschend, aber doch kein grosser Knaller. Ich blieb mit dem Gefühl zurück, als könne die Geschichte ewig weitergehen, wie das Leben eben. Aber hier hat die Autorin nun den Schlusspunkt gesetzt und fertig eben. Leider kein "Abschlussgefühl" und nicht mal ein Cliffhanger. Sondern einfach irgendwie unfertig...aber das bleibt mein persönlicher Nachgeschmack.



3,5 von 5 Lese-Echsen




Morgan Callan Rogers, Jahrgang 1952, geboren und aufgewachsen im US-Bundesstaat Maine, umgeben von Stränden, Schiffswerften  und Fischerdörfern, hat ihr Herz an diese Gegend verloren und lebt noch heute in der Hafenstadt Portland. Sie studierte Anglistik und veröffentlichte mehrere Essays und Erzählungen.