23. Februar 2015

Mark Watson - Ich könnte am Samstag




Autor: Mark Watson
Titel: Ich könnte am Samstag


Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-40941-5
Erschienen: 2012
Seiten: 331





Das Schicksal kennt keine Spielregeln

Xavier Ireland ist Radio-Moderator in London. Nachts spendet er den Schlaflosen Trost, tagsüber beschäftigt er sich mit sich selbst, nimmt an Scrabble-Turnieren teil und lässt die Tage an sich vorbeiziehen. Erst seine vor Energie überschäumende Putzfrau Pippa macht ihm klar, dass es sich lohnt, am Leben anderer Anteil zu nehmen und damit seinem eigenen Glück auf die Sprünge zu helfen.




Ein schrulliger, nachdenklich-machender, sehr unterhaltsamer, ulkiger Roman aus dem echten Leben gegriffen. Sehr sympathisch in diversen Gesichtspunkten und deswegen echt empfehlenswert.

"Wenn Sie Zwei an einem Tag von David Nicholls geliebt haben, dann ist das Ihr Buch!" (Cosmopolitan) steht auf dem Cover - und genau das dachte ich mir auch mehrmals bei der Lektüre. Die Hauptprotagonisten Xavier und Pippa sind unglaublich sympathisch, haben ihre Ecken und Kanten, ihre liebenswerten Charakterzüge wie auch Mackel, Eigenheiten und Hintergrundgeschichten. Jeder hat eine Vergangenheit und jeder trägt den Koffer dieser Erinnerungen und Erfahrungen mit sich herum. 

Eine ganz essentielle Aussage der Geschichte ist der Kreis des Lebens. Einige nennen es Schicksal, andere Karma, wieder andere glauben an nichts dergleichen. Einige Personen mischen sich gerne überall ein und stecken ihre Nase nicht nur in eigene Angelegenheiten, andere Personen vermeiden jegliche Einmischung in das Leben von noch so nahestehenden Menschen. Während der Lektüre macht sich der Leser wie auch der Hauptprotagonist Gedanken dazu und muss unweigerlich zu dem Schluss kommen, dass wir alle etwas in dieser Welt bewirken. Ob wir wollen oder nicht, haben unsere Handlungen Konsequenzen für uns, aber auch für Fremde. Ob wir etwas tun oder eben unterlassen. Auch das Nichtstun hat Konsequenzen. Manchmal erfahren wir davon, oft nicht. 

Diese Geschichte zweier junger Erwachsener in London, die gegenseitig ihr Leben beeinflussen, was wiederum Folgen für andere Protagonisten hat, ist einfach herrlich aus dem Alltag gerissen. Der Schreibstil liest sich äusserst angenehm und so kann man diesen Roman kaum aus den Händen legen. Die Gespräche sind pfiffig, Pippa herrlich schlagkräftig und auch Nebencharaktere mit viel Liebe gezeichnet. Der Leser taucht automatisch in die Welt von Xavier.

Mark Watson schrieb einen modernen, englischen Roman, der sich sehr gut unterwegs lesen lässt. Ich persönlich habe das Buch daheim gelesen und liess mich nach London entführen. Ich kann mir aber auch sehr gut vorstellen, dass auch die kürzeste Bus- oder Zugfahrt mit dieser Lektüre eine herrliche Auszeit für den Kopf ist und ein Lächeln ins Gesicht zaubert, wenn man nach einem anstrengenden Tag im Zug noch wenige Seiten liest. Absolutes Kopfkino, zu dem ich schon fast die imaginären Filmmusik hörte.



4,5 von 5 Lese-Echsen



Mark Watson, geboren 1980 in Bristol, ist Romanautor, Kolumnist, Radio- und Fersehmoderator und international erfolgreicher Stand-up-Comedian. Er ist ausserdem Fussball-Experte, studierter Literaturwissenschaftler und Umweltaktivist. Seit 2010 führt er einen täglichen Blog, in dem er sein Leben von dreissig bis vierzig aufzeichnet. Er ist bekannt für Marathonauftritte, die 24 Stunden und länger dauern. 2010 absolvierte er eine Solotour mit 50 Shows vor mehr als 60 000 Zuschauern. Er lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in London. 

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