5. April 2015

Drusilla Campbell - das Gewicht der Liebe



Autorin: Drusilla Campbell
Titel: Das Gewicht der Liebe


Verlag: Diana
ISBN: 978-3-453-35672-6
Erschienen: 2012
Seiten: 367




Eine grenzenlose Liebe, die doch nie genügt

Sie sind unzertrennlich und könnten doch unterschiedlicher nicht sein: Roxanne und ihre neun Jahre jüngere Schwester Simone. Die eine beruflich erfolgreich und glücklich verheiratet, die andere - oft haltlos und traurig  - scheint mit vier Kindern überfordert zu sein. Doch Simone liebt ihre Töchter, will den Alltag ohne Roxannes Hilfe bewältigen, scheitert aber immer wieder. Unweigerlich steuert sie auf eine Katastrophe zu, die Roxanne im alles entscheidenden Moment nicht verhindern kann.



Der Roman ist ein sehr persönliches Werk der Autorin, denn er basiert auf einer wahren Geschichte, der wahren Familiengeschichte der Autorin selbst. Ein Roman über viele Frauen und Mädchen, die sich lieben, aber ein "Problem" haben...

Ganz zuerst reisst der Anfang den Leser in einen spannenden Kontext, in etwas Wichtiges, etwas Elementares für die Geschichte. Danach kommt die Rückblende in die Vergangenheit, der Beginn dieser Geschichte, der schlussendlich dazu führte, was auf den ersten Seiten beschrieben ist. Dabei wird jedoch sehr weit ausgeholt, sodass die Geschichte leider langatmig wird. Zeitweise habe ich sogar vergessen, was das grosse Ereignis auf der ersten Seite des Buches war. Es fühlte sich an, als würde man um den heissen Brei reden. Man weiss, dass etwas Bedeutendes geschehen ist, man weiss, dass man es noch erfahren wird, aber der Geschichtsaufbau zieht sich so zäh wie Kaugummi in die Länge, dass ich leider das Interesse daran verlor.

Erst gegen Ende wird es wieder "spannender", wenn man das so sagen kann. Und dennoch bleibe ich mit dem faden Nachgeschmack, dass in dem Roman wenig passiert ist. Natürlich ist eine ganze Menge geschehen, man merkt jedoch, dass die Autorin das Buch zur Verarbeitung ihrer eigenen Vergangenheit geschrieben hat. Das Buch wurde nicht zur Unterhaltung geschrieben. Man spürt es auf jeder Seite, liest es zwischen den Zeilen, aber eben sehr subtil. 

Einige Szenen waren schön beschrieben, taten aber wenig zur Geschichte, ware Momentaufnahmen. Auch muss ich leider sagen, dass mir keine Figur wirklich sympathisch war oder wurde. Einzig die Kinder - und auch da nicht alle - waren süss wie Kinder eben sind. Zum Schluss empfand ich mit den Hauptcharakteren zwar mit, empfand jedoch auch viel Mitleid und Ärger und somit auch nicht unbedingt schöne Gefühle. 

Nichtsdestotrotz möchte ich den Roman mit Respekt behandeln, weil es sich zum einen um wahre Begebenheiten handelt, zum anderen aber auch, weil es selbst als fiktives Werk ein wichtiges Tabuthema anspricht: Postpartale Depression. 
Es muss schrecklich sein, sich so hilflos zu fühlen, obwohl man alles versucht oder obwohl alles richtig zu laufen scheint, aber sich dennoch schlecht anfühlt. Die eine Schwester opfert ihre Kindheit, die andere Schwester wurde nie erwachsen. Eine Psychose betrifft die ganze Familie, lähmt jeden Angehörigen und ist auch hier sehr berührend erzählt. 

Das Buch selbst kann ich aber trotz und mit allem Respekt nicht besser bewerten, weil es mich schlicht nicht unterhalten konnte und ich eher froh war, es beendet zu haben als genossen habe zu lesen.





2,5 von 5 Lese-Echsen







Drusilla Campbell wurde in Melbourne, Australien, geboren und war sechs Jahre alt, als ihre Familie nach Kalifornien übersiedelte. In ihrer Jugend reiste sie viel, war u.a. Lehrerin in London und zog dann mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen nach Washington DC. Sie schrieb immer wieder, verarbeitete aber erst in diesem Roman (ausgezeichnet mit dem San Diego Book & Writing Awards) die Geschichte ihrer Mutter. Heute lebt sie mit ihrer Familie in San Diego. 

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