6. Mai 2015

Jennifer Hauff - Traumstimmen




Autorin: Jennifer Hauff
Titel: Traumstimmen


Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf
ISBN: 978-3-86265-250-1
Erschienen: 2013
Seiten: 214




Hanna wünscht sich nichts sehnlicher als ein normales Leben. Doch schon seit Jahren läuft sie von einem Psychologen zum nächsten. Der Grund: Immer wieder träumt sie von derselben Frau und spricht im Schlaf - und zwar mit einer fremden Stimme. Aus Angst, dass ihre Mitschüler hinter ihr Geheimnis kommen, bleibt die 17-Jährige lieber allein. Selbst Joshua, in den sie sich unsterblich verliebt hat, hält sie auf Abstand. Dabei setzt der alles daran, ihr näherzukommen.

Nach langem Zögern sucht Hanna schliesslich eine Traumexpertin auf, die auch sofort eine Erklärung für die Dinge findet, die Hanna im Schlaf erlebt: Sie vermutet, dass das Mädchen von einer Verstorbenen heimgesucht wird, die noch etwas im Diesseits zu klären hat. Hanna glaubt ihr kein Wort und flüchtet aus der Praxis. Erst als sie Joshuas Einladung folgt und dabei eine unheimliche Begegnung in seinem Haus hat, ahnt sie, dass ihre neue Therapeutin recht haben könnte...



Ich habe mich so auf diesen Roman gefreut, vielleicht sogar zu sehr, denn schlussendlich war es zwar nicht schlecht, aber auch nicht so gut wie erwartet oder erhofft. 

Die Geschichte beginnt etwas flach und ich hatte etwas Mühe, in die Geschichte richtig einzutauchen, sie konnte mich einfach noch nicht ganz mitreissen. Auch wenn der Plot erst einmal aufgebaut werden muss, verrät der Klappentext eigentlich schon relativ viel, weswegen es mir dann doch etwas zu lange "Aufbau" war, auch angesichts der Seitenzahl des gesamten Romans. In der Mitte wird es jedoch plötzlich sehr spannend und diese Spannung kann sich bis zu Ende gut halten.

Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, nicht zu kompliziert, aber doch erzählerisch hübsch. Die Autorin lässt den Leser in die Träume von Hanna eintauchen und schafft witzige Dialoge. Allerdings fand ich die Figuren nicht immer sehr gelungen. Gerade die Hauptprotagonistin Hanna erschien mir manchmal nicht altersgerecht zu reagieren. Einmal ist sie ein trotziges Kind, dann wieder erwachsener als ihre eigene Mutter. Irgendwie trifft die Autorin den Tonfall nicht ganz, dass Hanna ihre Mutter tröstet, wenn eigentlich Hanna ein Problem hat zum Beispiel. Da waren einige Ungereimtheiten, die für die Hauptgeschichte zwar weniger wichtig sind, mich aber dennoch leider störten.

Auch die Liebesgeschichte zwischen Hanna und Joshua hat mich leider enttäuscht. Sie beginnt sehr klischeehaft und endet für mich irgendwie unverständlich. Oder es bin einfach ich persönlich, die dieses Verhalten zum Schluss nicht gut nachvollziehen kann, aber das sollte jeder Leser für sich selbst entdecken. Schliesslich ist das Buch auch ein Jugendroman und somit an jüngere Leser und Leserinnen gerichtet. Vielleicht können die sich da besser mit identifizieren.

Die Geschichte mit Hannas Träumen, der alten Frau und ihrer Entdeckung ist im Gegenteil sehr gelungen und konnte mich wirklich mitreissen. Teilweise wurde ich zwar an die TV-Serie "Ghost Whisperer" (für jene, die diese Serie kennen) erinnert. Deswegen hatte ich auch zum Schluss das Gefühl, dass man aus dem Roman sehr gut eine Serie mit Hanna schreiben könnte. Denn soviel sei verraten: Das Ende ist zwar kein klassischer Cliff Hanger, aber zumindest eröffnet es möglicherweise ein neues Abenteuer.

Im Ganzen konnte mich der Roman gut unterhalten. Leider hat er mich aber auch teilweise enttäuscht. Ob das an meinen zu hoch gesteckten Erwartungen lag oder daran, dass ich mich für Joshua nicht erwärmen konnte, das kann jeder für sich entscheiden, wenn er den Roman liest. 




3,5 von 5 Lese-Echsen



Jennifer Hauff wurde 1984 in Frankfurt am Main geboren. Wenn sie nicht gerade durch die Welt reist, arbeitet die gelernte Hotelkauffrau als Rezeptionistin in einem Industrieunternehmen. Nach ihrem Roman "Herzverwandt", den sie gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Jessica verfasst hat, erscheint nun "Traumstimmen".
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