18. September 2015

Anna Herzig - Er & Sie - Anatomie einer Liebe




Autorin: Anna Herzig
Titel: Er & Sie - Anatomie einer Liebe


Verlag: Forever Ullstein
ISBN: 978-3-9581-8051-2
Erschienen: 2015
Seiten: 224






ER ist ein erfolgreicher, ungarischer Schriftsteller, gelangweilt vom Leben und der Liebe. SIE ist eine junge, rastlose Malerin auf der Suche nach Inspiration und einem Neuanfang. Etwas scheint sie zu verbinden, eine Anziehung, die sich nicht leugnen lässt. Die beiden gehen einander nicht mehr aus dem Kopf. Zwei Menschen, die Tür an Tür wohnen und auf den ersten Blick nichts gemeinsam haben. Bis das Schicksal zuschlägt.





Ein etwas anderer Liebesroman, der sehr gefühlvoll ist, obwohl sich das Liebespaar sehr schwer damit tut, sich zu verlieben. Zwei toll gezeichnete Persönlichkeiten, eine unerwartete Wendung und eine Prise Erotik. Eine kurze Geschichte, schaut man auf die Seitenzahl, doch eine lange Geschichte, bedenkt man ihre Intensität.

Der Schreibstil der jungen Autorin ist äusserst poetisch. Dies kann den Lesefluss manchmal leicht hindern, weil es nicht unbedingt einer natürlichen Wortwahl gleicht. Es gibt aber auch viele Stellen, an denen diese Poesie einen wunderbaren Rhythmus erschafft, wie eine kleine Erzählmelodie, der man gerne bei einer Tasse Kaffee oder Tee zuhört. Ausserdem experimentierte die Autorin mit Textsorten und fügte der Geschichte zwei grössere Gedichte hinzu, die mir persönlich sehr gefielen.

Die Geschichte ist aus zweierlei Sicht geschrieben: von IHM und IHR, also Samuel und Helena. Der ungarische Schriftsteller und die talentierte Malerin sind Nachbarn. Doch das ist nicht die einzige Nähe, die die beiden verbindet. Ihre Erzählungen sind aufgeteilt in Tagebuchform, jeweils mit Datum und Zeit versehen. Diese mal längeren und kürzeren Abschnitte eignen sich hervorragend für die Lektüre unterwegs, da man nicht mittendrin aufhören muss, wenn man aus dem Bus oder Zug steigen muss. Gegen Ende kommt sogar noch eine weitere Geschichte hinzu!

Diese zweite Geschichte war für mich erst ein sehr harter Bruch und ich verstand nicht wirklich, weswegen die Autorin eine scheinbar zusammenhanglose Erzählung integrierte. Ausserdem kamen viele neue Namen hinzu, die man erst einmal mit den neu vorgestellten Persönlichkeiten verbinden muss. Im Verlauf der Geschichte tauchen allerdings Details auf, erst kaum bemerkt, dann immer offensichtlicher, bis die Autorin die beiden Geschichten explizit miteinander verwebt. Das war eine Überraschung und gab dem Ganzen einen komplett unerwarteten Hintergrund.

Leider haben sich im zweiten Buch der Autorin, wie es mir scheint, mehr Tippfehler und kleine „Wort-Verdreher“ eingeschlichen. Das ist meist nicht weiter schlimm, doch wenn sie sich häufen, finde ich es doch schade. Allgemein im Vergleich hat mir ihr erster Roman „Zeit für die Liebe“ besser gefallen, weil er mich irgendwie mehr mitreissen konnte.


Dennoch möchte ich mich ganz herzlich bei der Autorin bedanken, dass sie mir ihren Roman zur Verfügung stellte und meine Meinung erfahren möchte. Beide Liebesgeschichten haben mich sehr gut unterhalten und ihr Schreibstil finde ich sehr lyrisch und schön und hoffe, dass sie ihn behält, weil er sich von der grossen Masse abhebt.





4 von 5 Lese-Echsen







Anna Herzig wurde 1987 als Tochter eines Ägypters und einer Kanadierin in Wien geboren. Ihre Begeisterung für Literatur zeigte sich sehr früh. Nach unzähligen gelesenen Büchern beschloss sie bereits im Alter von 14 Jahren, ein eigenes Buch zu schreiben. 2005 erschien ihr erster Roman, der Thriller "Der Tod kann warten". Die junge Österreicherin nahm daraufhin unter anderem an der Kriminacht in Wien teil. SEit 2007 widmet sie sich einem neuen Genre, der Liebesgeschichte. Im Sommer 2013 schloss sie "Zeit für die Liebe" ab. Die Autorin lebt in Wien und arbeitet im Recruiting-Bereich. 




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