12. Oktober 2015

Lucy Dillon - Das kleine grosse Glück




Autorin: Lucy Dillon
Titel: Das kleine grosse Glück



Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-48217-7
Erschienen: 2014
Seiten: 542



Briefe von dem einzigen Mann, den sie je wirklich geliebt hat...
Ein Andenken an den Vater, den sie nie richtig kennenlernen durfte...
Oder einfach eine wunderschöne Vase, deren Glas das Licht einfängt, selbst an einem grauen Tag...

Wenn du noch einmal ganz neu anfangen könntest - welche 100 Dinge würdest du aus deinem alten Leben mitnehmen?

Nach ein paar schwierigen Jahren fängt die 33-jährige Gina Bellamy noch einmal ganz von vorne an - und stellt dabei fest, dass all die Habseligkeiten, die sich im Laufe der Zeit angesammelt haben, gar nicht mehr so recht zu ihr passen wollen. Gina fasst einen Entschluss: Sie behält nur die 100 Dinge, die ihr am wichtigsten sind. Der Rest wird verschenkt oder verkauft. Doch während sie ihr Leben aufräumt, muss Gina sich nicht nur ihrer Vergangenheit stellen - sie erlebt auch eine Zeit voller Überraschungen und Liebe und erkennt, was wirklich wichtig ist.



Ein gefühlvoller Roman, ein Pageturner und eine tolle Idee. Trotz einiger kleiner Klischees und teils absehbarem Ende, sind viele Überraschungen, gelungene Diskurse und wunderbare Beschreibungen in diesem Buch enthalten, das ich sehr genossen habe zu lesen.

Der Schreibstil ist fliessend, abwechslungsreich und manchmal etwas schnulzig, aber das gehört eben in eine emotionale Geschichte. Denn Gina wagt einen Neustart, möchte ihr Glück finden und sich selbst besser verstehen. Die Vergangenheit kann sie deswegen nicht einfach vergessen, sondern muss sie verarbeiten und das kostet Kraft, Zeit und Aussprachen - und eine gute Freundin wie Naomi. Die Figuren waren mir alle sympathisch und wurden mit Stärken und Schwächen gezeichnet. Besonders ins Herz geschlossen habe ich die vierbeinigen Freunde.

Die Geschichte wird aus Ginas Sicht erzählt, wobei sie meist im Heute handelt, jedoch durch Rückblicke in die Vergangenheit ergänzt wird. Jedes Kapitel nennt zudem einen Gegenstand der 100-Dinge-Liste, der mit einer Erinnerung zusammen hängt. Entgegen der Erwartung sind es allerdings nicht 100 Kapitel. Viele Punkte der Liste werden im Verlauf der Geschichte genannt. Diese Liste ist vor allem zu Anfang Thema und wird zwar bis zum Schluss erwähnt, rückt später aber leicht in den Hintergrund. Denn manche Dinge auf der Liste sind besser zu erleben, als zu notieren.

Mir persönlich schien die Erzählung gleichzeitig lang und zu kurz. Ich hätte noch länger weiterlesen können, aber manchmal sah ich auch auf die verbleibenden Seiten und dachte: Noch so viel vor mir. Das soll nicht bedeuten, dass es manchmal lang gezogen wurde. Die Geschichte hat durchaus Höhen und Tiefen, Schicksalsschläge und Überraschungen. Und doch plätschert sie so dahin wie ein ruhiger Bach und wir dürfen uns an sein Ufer setzen und den leichten Wellen zuschauen. Ein sehr angenehmer Schreibstil.

Schlussendlich hat mir besonders die Idee und Schlussaussage dieses Romans gefallen: Man braucht weniger als man denkt, um glücklich zu sein. Und wahres Glück hat meist nichts mit materiellem Besitz zu tun. Lucy Dillon zeigt dies mit einer zauberhaften Geschichte, die authentisch aus dem Leben gegriffen ist.





4,5 von 5 Lese-Echsen




Lucy Dillon, geboren 1974, lebt in einem renovierungsbedürftigen Bauernhaus in einem Dorf in der Nähe von Hereford. Ihre Romane schreibt sie zwischen Spaziergängen mit ihren Vierbeinern und den Versuchen, den Bauarbeitern nicht in die Quere zu kommen. 

Mit ihren Romanen gewann sie 2010 den Romantic Novel of the Year Award und 2015 den RoNa Award for Best Contemporary Romantic Novel.




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