27. September 2016

J.K. Rowling - Kurzgeschichten aus Hogwarts (Sammel-Rezension)

Autorin: J.K. Rowling
Titel: Kurzgeschichten aus Hogwarts
Verlag: Pottermore
Format: E-Book

Kurzgeschichten aus Hogwarts: Heldentum, Härtefälle und hanebüchene Hobbys

Heldentum, Härtefälle und hanebüchene Hobbys
Seiten: 71
Inhalt: 
In diesen Geschichten von Heldentum, Härtefällen und hanebüchenen Hobbys stehen zwei der tapfersten und beliebtesten Figuren der Harry-Potter-Reihe im Mittelpunkt: Minerva McGonagall und Remus Lupin. J.K. Rowling gewährt uns ausserdem einen Einblick in das Leben der obskuren Sybill Trelawney und wir begegnen Silvanus Kesselbrand, dem verwegenen Freund magischer Bestien.

Kurzgeschichten aus Hogwarts: Macht, Politik und nervtötende Poltergeister


Macht, Politik und nervtötende Poltergeister
Seiten: 72
Inhalt:
Diese Geschichten über Macht, Politik und nervtötende Poltergeistern gewähren uns einen Einblick in die dunkleren Seiten der magischen Welt: von den Wurzeln der ruchlosen Professor Umbridge über einen Abriss der Zaubereiminister bis hin zur Geschichte des Zauberergefängnisses Askaban. Auch von den frühen Jahren des Horace Slughorn als Zaubertrankmeister von Hogwarts wird die Rede sein – nicht zuletzt von seiner Begegnung mit einem gewissen Tom Marvolo Riddle.

Hogwarts Ein unvollständiger und unzuverlässiger Leitfaden

Ein unvollständiger und unzuverlässiger Leitfaden
Seiten: 85
Inhalt: 
Der Band „Hogwarts - Ein unvollständiger und unzuverlässiger Leitfaden“ nimmt den Leser mit auf einen Rundgang durch die Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei. Wir erkunden dabei das Schlossgelände von Hogwarts, lernen die gespenstischen Dauergäste der Schule näher kennen und erfahren mehr über die Unterrichtsfächer und die Geheimnisse des Schlosses ... und das mit jeder Seite.







Zusatzfutter für Harry-Potter-Fans, Achtung, Achtung, J.K. Rowling gewährt uns ein paar Leckerbissen aus Hogwarts und ihren Gedanken während dem Schreibprozess.

Erstaunlich wie diese Autorin für jeden und jegliches Lebewesen in dieser zauberhaften Welt, die sie erschaffen hat, auch eigene Biographien verfasst hat. Es gibt noch so vieles zu entdecken und ich gehöre unleugbar auch zu denen, die niemals davon genug kriegen können. Ihr Erzähltalent ist weltbekannt, ihre Figuren unsere Freunde aus der Kindheit und Hogwarts scheint so real wie unser echtes Zuhause.

In diesen drei E-Books sammeln sich Texte von Rowling über einige Lehrer von Hogwarts, das Zaubereiministerium, Geister und Legenden sowie Askaban und das Schloss. Die Freude währt kurz, denn auch die Kapitel haben nur wenige Seiten. Doch die darin enthaltenen Auskünfte sind unbezahlbar. Ich persönlich liebe es, von Inspirationsquellen der Autoren zu lesen, Hintergründe zu später ikonischen Personen oder Details oder einfach wieder in eine mir vertraute Welt abzutauchen, die ich lieben gelernt habe.

Besonders gelungen fand ich die kurze Biographie von McGonagall und Lupin, zwei meiner liebsten Hogwarts-Lehrer (und übrigens auch Rowlings Lieblingslehrer). Sybill Trelawney hat mich noch nie näher interessiert trotz ihrer ulkigen Art und auch Silvanus Kesselbrand konnte mich nur teilweise begeistern. Viel lieber hätte ich eine Biographie von Hagrid gelesen, dessen Familie aus Riesen und Zauberern sicherlich auch lesenswert ist.

Imposant ist die Liste der Zauberminister seit 1704, die Rowling erstellt hat, inklusive Jahreszahlen der Regierungszeiten und Besonderheiten bezüglich der jeweiligen Minister, seien es Eigenheiten ihrer Person, ihre politische Einstellung (z.B. wie sie zu Muggel stehen oder Verteidiger der "reinen Zauberfamilien" sind) oder Gründe für das Ende ihrer Amtszeit. Überaus unterhaltsam war natürlich Peeves, der Poltergeist und seine Untaten seit geraumer Zeit. Die Inspiration zu Dolores Umbridge hingegen ist zu köstlich und obwohl Rowling verrät, dass die Figur sich aus Merkmalen einer echten Lehrerin zusammensetzt, die wiederum Rowling überhaupt nicht ausstehen konnte, wahrt sie dennoch die Anonymität dieser Person. Ihre Erklärungen zur Namensgebung von Umbridge und ihre Kleiderwahl, die so gar nicht zum Charakter passt, ist wohl das beste Beispiel dafür, wie viele Gedanken sich Rowling über jedes Detail ihrer Zauberwelt macht.

Den Leitfaden erwartete ich leicht unterschiedlich zu den anderen Kurzgeschichten, eher wie eine Liste von Begebenheiten, Regeln der Zaubereiwelt oder Angaben zur Hogwarts. Dies stimmt jedoch nur teilweise. Denn Rowling erklärt Hintergründe zur Karte des Herumtreibers, Regeln zum Gebrauch des Zeitumwandlers und Eigenheiten von Animagi und Werwölfen. Man könnte fast glauben, dass es Referenzen aus wahren Geschichtsbüchern sind, durch die Rowling zwar inspiriert wurde, aber ihre eigenen Regeln für Hogwarts entwarf. Man bekommt zudem einen Überblick über die Schulfächer und wie sie über die Schuljahre verteilt sind, ausserdem gibt die Autorin Überlegungen zum See, dem verbotenen Wald und Geheimgängen und -räumen preis und der Leser erfährt, wie einige Dinge ganz anders hätten aussehen können.

Unter dem Strich eine wahrhafte Fundgrube von Informationen zu Hogwarts, ein Schokokuchen-Highlight für alle Harry-Potter-Freunde und eine leichte Lektüre für Zwischendurch, da die Kapitel sehr einfach und in kurze Abschnitte aufgeteilt sind. Ein Muss für Rowling-Fans, denn als nicht-Hogwarts-Lieber ist wahrscheinlich zu viel Insider-Wissen verlangt, um mit den neuen Informationen etwas anfangen zu können.

Mit Freude würde ich mich auf weitere Kurzbiographien stürzen: zum Beispiel von Snape, die Liebesgeschichte von James und Lilly als junges Paar oder Tom Riddle - aus seiner Sicht - in seiner Schulzeit. Oder eben Hagrid. Sicherlich alles sehr lesenswert. 




5 von 5 Lese-Echsen




Joanne K. Rowling, geboren am 31. Juli 1965 in Yate (England), ist mit ihrer Romanreihe um den Zaubererjungen Harry Potter weltberühmt geworden, schreibt aber auch unter ihrem Psyeudonym Robert Galbraith erfolgreich Krimiromane.

Bildergebnis für jk rowling orell füssliSchon früh wollte sie Schriftstellerin werden, schrieb Romane, die sie später nie veröffentlichte und sogar zerstörte. Die Idee zu Harry Potter kam ihr im Zug von Manchester nach London und liess sie nicht mehr los. Nachdem sie in Porto (Portugal) als Englischlehrerin arbeite und den Vater ihrer Tochter Jessica kennen und lieben lernte, heiratete, sich aber auch von ihm scheidete, findet sie sich schliesslich als alleinerziehende Mutter in Edinburgh, Schottland, wieder, wo sie von Sozialhilfe lebte und den ersten Band von Harry Potter beendet, der den Anfang ihrer grossartigen Erfolgsgeschichte markiert. 

Heute hat sie mehrere Romane verfasst, ist Präsidentin der schottischen Multiple-Sklerose-Gesellschaft (der Krankheit, an der ihre Mutter starb) und Gründerin von Lumos, einer Organisation für Kinder in Heimen. Joanne ist seit 2001 mit dem Arzt Dr. Neil Murray verheiratet und hat mit ihm zwei weitere Kinder.

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