18. November 2016

Nancy Salchow - Das Leben, Zimmer 18 und du

Das Leben Zimmer 18 und du von Nancy Salchow




Autorin: Nancy Salchow
Titel: Das Leben, Zimmer 18 und du



Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-60421-6
Erschienen: 2017
Seiten: 312





Für Nancy Salchow bricht eine Welt zusammen, als binnen kürzerster Zeit sowohl ihr Zwillingsbruder als auch ihre Mutter an Krebs sterben. Geschüttelt von Panikattacken, sieht sie keinen anderen Ausweg, als sich schliesslich in eine psychiatrische Klinik einweisen zu lassen. Hier nimmt ihr Schicksal eine entscheidende Wende: Sie begegnet ihrer grossen Liebe, die ihr die Kraft gibt, aus dem Burnout und der Depression herauszufinden. Ein Buch, das Mut macht und zeigt, dass das hellste Licht manchmal erst dann sichtbar wird, wenn man die Dunkelheit gesehen hat. 




Gleich zwei schwere Schicksalsschläge und dann zeitlich so nah beieinander, das haut auch die kräftigsten Gemüter aus den Schuhen. Nicht nur Trauer, auch schlimme Angstzustände, Antriebslosigkeit, Vorwürfe und Unsicherheit machen Nancy den Alltag schwer. Der Aufenthalt in einer Klinik scheint ihr gut zu tun, Beruhigungstabletten helfen ihr, diese schwere Zeit zu überstehen... und dann taucht ER auf! In der Depressionsrunde ein neues Gesicht: Auch ein geplagter Geist, auch ein Tierfreund, auch gesprächig gerade über die gemeinsame Krankheit. Mit ihm kann sie sich austauschen, mit ihm hat sie einen Draht und auf einmal einen Grund aufzustehen, einen Grund zu lächeln, einen Weg aus der Depression.

Die Geschichte basiert auf dem eigenen Leben der Autorin und ist somit autobiografisch. Auch weitere E-Books stammen aus der Feder von Nancy Salchow, die mich allerdings thematisch überhaupt nicht ansprechen und komplett anders sind als dieser Roman. Dieses Buch fiel mir zufällig in die Hände und es hat mich nachdenklich gestimmt. Was der Autorin widerfahren ist, wünscht man niemanden und so hatte ich während der Lektüre eine Mischung aus Mitleid und Verständnis für ihre Gemütslage. 

Was allerdings den Schreibstil betrifft, bin ich eher enttäuscht. Er liest sich zwar angenehm, ist jedoch nichts Spezielles und zeichnet sich durch nichts Auffallendes aus. Trotz gefühlvollen Beschreibungen und den Blick für Details, konnte mich die Geschichte nicht packen. Natürlich handelt es sich hier nicht um eine Erzählung, die vor Spannung und grosser Ereignissen strotzt, sondern ist eine ruhige Geschichte über einen ziemlich reduzierten Alltag voller Routine und sich drehender Gedanken. Kleinigkeiten stehen im Mittelpunkt, der Kaffeeautomat im Korridor, die Treffen mit einer Psychologin, das gemeinsame Mittagessen mit anderen, meist recht wortkargen, Mitmenschen in der Klinik. Und trotzdem... mich packten zwar die Ereignisse, aber nicht die Erzählung. Der Roman schildert diverse Gefühle und ist gefühlvoll verfasst und dennoch konnte ich nur bedingt mitfühlen.

Unter dem Strich wünsche ich der Autorin alles Gute für die Zukunft und gebe den Roman als Lese-Empfehlung für alle, die sich mit dem Thema Depressionen befassen möchten oder sogar darunter leiden. Für alle anderen ist es möglicherweise nur von kleinem Unterhaltungswert.




3 von 5 Lese-Echsen





Bildergebnis für nancy salchowNancy Salchow, geboren 1981, hat seit ihrer Kindheit den Traum, Schriftstellerin zu werden. Als sie sich 2011 mit ihren Werken erstmals an die Öffentlichkeit wagt, gewinnt sie direkt einen bundesweiten Literaturwettbewerb. Seitdem hat sie mehrere Bücher veröffentlicht, vorwiegend Liebesromane.
Sie lebt mit ihrem Partner, drei Hunden, vier Katzen, einigen Hühnern und Enten in der Nähe von Wismar. 

Mehr auf: Nancy Salchow


Keine Kommentare: