5. Januar 2016

Rückblick 2015

Das kann und darf doch nicht wahr sein? Wohin ist das Jahr 2015 verschwunden? Ich wollte doch noch... Da war doch noch... Ich habe erst... Ja mein Statistik sieht traurig aus. Schon wieder habe ich weniger als das Vorjahr gelesen, obwohl ich es noch immer liebe in Büchern zu verschwinden, in Romane einzusinken un die Realität hinter Buchstaben zu vergessen. Aber ok, dann ist es eben schon wieder Zeit für den Jahresrückblick.

Statistik


Gelesene Bücher 2015: 27 
Gelesene Seiten 2015: 9'961

=> Das bedeutet durchschnittlich etwas mehr als 2 Bücher bzw. 830 Seiten pro Monat.

Eine Erklärung für die wenigen Bücher ist wohl die Tatsache, dass ich dieses Jahr meine Masterthesis verfasst habe, wofür ich viele wissenschaftliche Aufsätze und Bücher lesen musste, eigene Daten erhoben habe und deren Analyse möglichst klug auf Papier bringen musste. Diese Arbeit entstand während meines letzten Semesters, das heisst, dass ich daneben auch noch die reguläre wissenschaftliche Lektüre und Hausaufgaben zu bewältigen hatte. Im zweiten Halbjahr war ich wenig zu Hause, sondern bei meinem Freund in Portugal. Ohne E-Book-Reader wird es allerdings etwas schwer (im wahrsten Sinne des Wortes) viele Bücher mitzunehmen, um zu lesen. Dies möchte ich in Zukunft allerdings ändern und schaue mich schon nach einem E-Reader um.


Challenges



Auch dieses (ähm...entschuldige, ich meine letztes) Jahr hat Mandy Bookaholica sich wieder sehr viel Mühe gemacht und Aufgaben zusammengestellt. Diesmal verfasste sie eine Liste von Wörtern, die sie die Kategorien Protagonisten, Umgebung, Handlung, Gegenstand und Nahrungsmittel aufteilte. Weil andere Teilnehmende so schnell damit fertig waren, hat sie sich sogar nochmals die Mühe gemacht und eine Zusatzliste erstellt, die einige bewältigten. Ich muss jedoch gestehen, dass ich nicht einmal die erste Liste komplett fertig brachte. Aber sieht selbst:

Die 3 gelben Kategorien brachte ich fertig. Bei den anderen beiden fehlte mir jeweils nur 1 Wort =(

Die Kategorien:
1. Protagonisten
- kinderloses Ehepaar --> Sommer, in dem es zu schneien begann (L.Clarke)
zerstrittene Freunde --> Töchter des Mondes 3 (J. Spotswood)
verliebtes Pärchen --> der Märchenerzähler (A. Michaelis)
Witwe/r --> Die Geister schweigen (C. Santos)
Geschwister --> das Gewicht der Liebe (D. Campbell)
Mann/Frau mit Haustier --> das kleine grosse Glück (L. Dillon)
Mörder/in  --> 28 Tage lang (D. Safier)
Kollegen (Duo auf Arbeit) --> Ich könnte am Samstag (M. Watson)
Schulkind --> Das Jahr, das 2 Sekunden brauchte (R. Joyce)
Fantasiegestalt --> Vogelmensch: Rabenherz & Elsternseele (M.S. Marcus)

2. Umgebung
Zuhause  --> Ich könnte am Samstag (M. Watson)
Hotel --> Sommerfreundinnen (A. Hellberg)
Einkaufszentrum --> Anatomie einer Liebe, Er & Sie (A. Herzig)
Disco --> der Sommer, in dem es zu schneien begann (L. Clarke)
Park --> Brechreizend (C. Price)
- Kindergarten 
Strand  --> der Märchenerzähler (A. Michaelis)
Polizeipräsidium --> das Licht zwischen den Meeren (M. L. Stedman)
Restaurant --> der Mond ist nicht genug (A.L. Martinez)
Verkehrsmittel --> Fahrrad: Rabenherz & Elsternseele (M.S. Marcus)

3. Handlung
wilde Knutscherei --> Sommerfreundinnen (A. Hellberg)
geladene Schusswaffe    --> 28 Tage lang (D. Safier)
Krankenhausbesuch  --> Das Jahr, das 2 Sekunden brauchte (R. Joyce)
Verfolgungsjagd --> Haus der Geister (J. Boyne)
Hochzeit --> der nie abgeschickte Liebesbrief an Harold Fry (R. Joyce)
Gewitter  --> das Gewicht der Liebe (D. Campbell)
fremden Ort bereisen  --> Brechreizend (C. Price)
sich im Wald befinden --> Gemmas Visionen (L. Bray)
Drogenkonsum --> der Märchenerzähler (A. Michaelis)
ums Überleben kämpfen --> der grosse Trip (C. Strayed)

4. Gegenstand
Computer  --> Alle sieben Wellen (D. Glattauer)
Buch  --> Die Geister schweigen (C. Santos)
Rucksack --> der grosse Trip (C. Strayed)
Telefon  --> Ich könnte am Samstag (M. Watson)
- Spraydose
Kerze --> Gemmas Visionen (L. Bray)
Aktenordner --> Wintermädchen (L. H. Anderson)
Schlüssel   --> Das Jahr, das 2 Sekunden brauchte (R. Joyce)
Feuerzeug  --> der Märchenerzähler (A. Michaelis)
Zahnbürste --> Sommerfreundinnen (A. Hellberg)

5. Nahrungsmittel
- Rührei  --> Die Geister schweigen (C. Santos)
Kaugummi  --> Das Jahr, das 2 Sekunden brauchte (R. Joyce)
Brot   --> 28 Tage lang (D. Safier)
Nudeln --> Wintermädchen (L. H. Anderson)
Fisch  --> der Märchenerzähler (A. Michaelis)
Bonbon  --> Gemmas Visionen (L. Bray)
Omelett --> Rabenherz & Elsternseele (M.S. Marcus)
Kuchen --> Harry Potter und der Stein der Weisen
Pizza  --> Brechreizend (C. Price)
Eis  --> das Gewicht der Liebe (D. Campbell)


Und dann habe ich bei der Challenge von Jessy (Melody of Books) mitgemacht und konnte auch diese Liste knapp nicht abschliessen.  Es mussten jeweils 3 Bücher pro Kategorie gelesen werden.

EinzelbändeColumbus - Waltraut Lewin
Anna Herzig - Er & Sie - Anatomie einer Liebe
Himmelsfeuer - Barbara Wood

Erste Bände
Der geheime Zirkel  (Gemmas Visionen) - Libba Bray
Harry Potter und der Stein der Weisen  - JK Rowling
Töchter des Mondes (Cate) - Jessica Spotswood

Zweite Bände
Alle sieben Wellen - Daniel Glattauer
Töchter des Mondes (Sternenfluch) - Jessica Spotswood
Der nie abgeschickte Liebesbrief an Harold Fry - Rachel Joyce
Harry Potter und die Kammer des Schreckens

Folgebände
Töchter des Mondes (Schicksalsschwestern) - Jessica Spotswood
Harry Potter und der Gefangene von Askaban

"Frei nach Schnauze" --> meine Wahle = Bücher mit 5 Wörtern im Titel
Der Mond ist nicht genug - A. Lee Martinez
Das Licht zwischen den Meeren - M. L. Stedman
Im blauen Licht der Nacht - M. Richmond

Bedenkt man allerdings, dass ich 4 zweite Bände gelesen habe, macht dies das fehlende Buch unter Folgebände wieder gut. Zumindest für mein Gewissen...

Eine weitere Challenge war die Buchtitel-Challenge.

Von diesen 6 Aufgaben konnte ich 4 lösen:

1) Der Titel enthält die Silbe -ing in einem Wort
2) Der Titel enthält eine Farbe
3) Der Titel enthält eine Verwandtschaftsbezeichnung
4) Der Titel enthält Wasser (in irgendeiner Form, also auch Fluss oder Eis, etc.)
5) Der Titel enthält eine Stadt
6) Der Titel enthält ein Tier

Gelesen haben ich:
2) Im blauen Licht der Nacht - Michelle Richmond
3) Schicksalsschwestern (Töchter des Mondes 3) - Jessica Spotswood
4) Das Licht zwischen den Meeren - M.L. Stedman
6) Rabenherz & Elsternseele - Martha Sophie Marcus


Hightlights & Flops


Zu meinen Highlights gehörten dieses Jahr:

* Der Sommer, in dem es zu schneien begann - Lucy Clarke
* Der grosse Trip - Cheryl Strayed
* Das Licht zwischen den Meeren - M.L. Stedman
* Der nie abgeschickte Liebesbrief an Harold Fry - Rachel Joyce
* Marley & Ich - John Grogan
* Das grosse Los - Meike Winnemuth
* Haus der Geister - John Boyne
* Das kleine grosse Glück - Lucy Dillon



Zu meinen Enttäuschungen diese Jahr zählten:

* Columbus - Waldtraut Lewin
* Die Geister schweigen - Care Santos
* Brechreizend - Catherine Price

Nur mittelmässig waren:

* Rabenherz & Elsternseele - Martha Sophie Marcus
* Das Jahr, das 2 Sekunden brauchte - Rachel Joyce
* Sommerfreundinnen - Asa Hellberg




Und zu guter Letzt ein RIESIGES DANKESCHÖN für euch treuen Leser und Leserinnen, die mir auch noch in ruhigen Zeiten auf meinem Blog folgt. Ich weiss es sehr zu schätzen und gebe mir Mühe, wieder mehr zu posten. Das ist versprochen!

Ein schönes und buchreiches Jahr 2016 wünsche ich euch,
eure Lese-Echse


2. Januar 2016

Barbara Wood - Himmelsfeuer




Autorin: Barbara Wood
Titel: Himmelsfeuer


Verlag: Krüger
ISBN: 978-3-596-16571-7
Erschienen: 2002
Seiten: 495




Ein Erdrutsch in den Hügeln von Los Angeles legt eine Höhle frei - mit uralten Wandmalereien mystischer Sonnenmotive. Die junge Archäologin Erica Tyler entdeckt dort die Mumie einer Indianerin. Aber sie muss um diese Ausgrabung kämpfen: gegen Grundstückseigentümer, New Age-Fanatiker, Kunsträuber und ihren alten Widersacher Jared Black, der die Rechte der Indianer Südkaliforniens vertritt und verlangt, die Schätze der Höhle ihren Nachkommen zu übergeben. Erica findet uralten Indianerschmuck, alte spanische Münzen und ein Blechkruzifix. Was verbirgt sich dahinter? Und warum spürt Erica hier die Präsenz einer langen Ahnenreihe von Frauen - sie, die doch selbst ohne Eltern aufgewachsen ist?
Langsam enthüllt sich die Vergangenheit, aber dann wird ein Anschlag auf Erica verübt, bei dem ausgerechnet Jared sie rettet. Kann sie ihm vertrauen?



Entführt in die Gründungsgeschichte von Los Angeles, bewegt von den Schicksalen der Indianerstämme, gefesselt von Woods Schreibstil und eingesunken in einen dicken Schmöcker. 

Obwohl mir der deutsche Titel weniger gefällt (im Original heisst es "Sacred Ground", also "gesegneter Boden", was ich nach der Lektüre viel treffender fand), konnte mich die Geschichte sehr schnell und tief in sie versinken lassen. Zudem hege ich eigentlich kein besonderes Interesse an Indianern, ich lese lieber über andere indigene Völker. Doch Barbara Wood hat es wieder geschafft, mich trotzdem wieder hervorragend zu unterhalten.

Der Schreibstil ist erzählerisch und mir persönlich sehr angenehm. Es liest sich einfach so weg, obwohl es knapp 500 Seiten sind und am Ende wünschte ich sogar, dass es weiter gehe. Die Geschichte bietet mehrere Spannungsbögen, viele Charaktere in vielen verschiedenen Zeitaltern. Erica und Jared stellen das konstante Jetzt dar. Die Funde in der Höhle sind wiederum verknüpft mit Rückblenden zur gegebenen Zeit, so dass der Leser wie ein Archäologe nach der Entdeckung auf die Geschichte dahinter kommt. Die Rückblenden stellen wieder ganz eigene Erzählungen dar, die jeweils aus der Sicht einer Frau (der Hauptperson dieser Epoche) dargelegt wird. Mit der Zeit beginnen sich die Geschichten zu verknüpfen und die Chronik einer Familie wird sichtbar, mit den jeweiligen Funden und Personen verbunden, vom Indianerstamm bis ins Heute. Diese Zeitabschnitte sind zudem gut recherchiert und zeigen die Wechsel von Herrschern in Los Angeles: die indigenen Stämme, dann kamen die Spanier und gründeten Missionen, später Mexikaner und die Vermischung diverser Nationalitäten in Zeiten der Goldgräber, zuletzt die amerikanische Übernahme. So verwebt die Autorin echte Historie mit einer fiktiven Geschichte, was den Leser hautnah im "Geschichtsunterricht" versinken lässt.

Wer gerne über Indianer liest, wird sich besonders über die erste Hälfte des Romanes freuen, der noch viel mehr in der Vergangenheit spielt. Wer sich unter Indianer nur allerdings eine Wild-West-Story erhofft, muss ich leider enttäuschen. Es geht vielmehr um Traditionen wie das Geschichtenerzählen, die eigene Herkunft und das Zusammenleben mit der Natur, als über Kriege zwischen roten und weissen Männern. Der Roman handelt auch davon, wie die Indianer in den Missionen zur Taufe gezwungen wurden, von europäischen Krankheiten dezimiert wurden und sich untereinander vermischten, um zu überleben. Doch dies alles geschieht in einem relativ faktischen Rahmen und würde nochmals eigene Bücher ergeben, würde die Autorin noch tiefer und genauer darüber berichten.

Ihr Ruf als Liebesromanautorin zeigt sich allerdings auch hier. Ich spoilere wohl kaum, wenn ich so viel sage: Erica und Jared...keine Überraschung. Über die diversen Zeitspannen ist natürlich das eine oder andere Liebespaar anzutreffen, schliesslich basieren darauf Familien, die Kinder der nächsten Generation. Leider kommen auch Klischees vor und so ist der romantische Teil des Romans etwas voraussehbar, wenn auch schön zu lesen. Spannung erzeugt viel mehr die Entdeckungen in der Höhle und die damit verknüpften Geschehnisse in der Vergangenheit. Wie die Autorin über all die einzelnen Geschichten den Überblick nicht verliert und sie am Ende wie ein Puzzle einfach zusammen fügt, kann ich nur sehr loben. Für den Leser bedeutet das zwar viele Namen, weil viele Personen. Als kompliziert würde ich es dennoch nicht beschreiben, da die betroffenen Charaktere in den betreffenden Zeitabschnitte sehr gut organisiert und vorgestellt werden. 

So ist auch das Ende teilweise voraussehbar, umso weiter man mit der Lektüre fortschreitet. Trotzdem ists das Ende eine grosses Auflösung und bietet noch Raum für weitere Antworten, weitere Details und weitere Nebengeschichten. 



4,5 von 5 Lese-Echsen


Die Schriftstellerin Barbara Wood wurde 1947 in Warrington bei Liverpool geboren, wanderte aber 1954 mit den Eltern und ihrem älteren Bruder in die USA aus und wuchs in Südkalifornien auf.

Zu den Schauplätzen ihrer Romane ist sie zumeist vorher für Recherchen mit ihrem Mann George hingereist, um auch Interviews mit den Menschen zu führen. So hat sie bereits die ganze Welt bereist, lebt aber eigentlich immer noch in Santa Barbara.

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