26. Oktober 2016

Mona Kasten - Schattentraum 2: Mitten im Zwielicht

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Autorin: Mona Kasten
Titel: Schattentraum 2 - Mitten im Zwielicht



Verlag: neobooks
ISBN: 978-3-7380-3030-3
Erschienen: 2015
Seiten: 212 (E-book)






Zwei Monate sind vergangen, seit Emma von den Schatten gezeichnet wurde. Zwei Monate, in denen sie ihr Leben vollen Zügen genossen hat - wären da nicht verblasste Erinnerungen, die sich immer wieder an die Oberfläche kämpfen. Als ein Abgesandter des Lichthofs es auf Emma abgesehen hat, muss sie sich erinnern. Doch die Wiedersehensfreude mit Gabriel währt nur kurz, denn er scheint verändert. Und auch Emma spürt, dass ihr Inneres von der Begegnung mit der Finsternis geprägt wurde. Können die beiden einander retten, bevor er zu spät ist?




Band 2 der Schattentraum-Trilogie, es geht weiter mit Emma und Gabriel. Nachdem  der Leser und Emma im ersten Band noch alles über den Lichthof und Dunkelhof lernen mussten und noch lange nicht alles weiss, steigt Mona im Folgeband ohne grosse Umschweife direkt ein und spinnt die Geschichte ziemlich genau dort weiter, wo Band 1 aufhört. Ziemlich schnell bringt sie auch wieder alle bekannten Figuren ins Spiel. Doch es dauert auch nicht lange, da kommen neue Gesichter hinzu, wie etwa Avian und der hat es in sich...

Aufgefallen ist mir, dass der Schreibstil schon einiges fliessender wirkt und ich schneller Seite um Seite verschlang. Das lag meiner Meinung nach zum einen an der Schreibübung, die Mona mit jedem neuen Text gewinnt und einen eigenen Stil entwickelt, zum anderen am Geschichtsverlauf per se. Denn hingegen dem Klischee, dass der mittlere Teil einer Trilogie meist nur Lückenbüsser ist, hatte ich bei diesem Band überhaupt nicht das Gefühl, nur einen Übergang zwischen Anfang und dem grossen Finale serviert zu bekommen. Die Ereignisse bleiben spannend, neue Aspekte kommen hinzu, mehr Probleme, Personen und Infos über die Schattenwelt mit ihren Regeln und Parteien. Mich freute es sehr, dass der Mittelteil kaum langatmig wurde und ich weiterhin Lust auf den nächsten Band spüre. Nur schon wegen dem bösen Cliffhanger am Schluss, der mich wenig begeisterte. Ich bin einfach kein allzu grosser Fan von Cliffhangern und dieser ist ein abruptes Ende vom Feinsten. Da ich Band 3 aber schon habe und gleich weiterlesen kann, verzeihe ich Mona dieses Schlusskapitel.

Schade fand ich, dass Grams nur noch am Rande mitspielte, obwohl ihr Café noch immer einer der Hauptschauplätze ist. Die Liebesbekundungen und zur Abwechslung süssen Streitereien zwischen Emma und Gabriel waren für meinen Geschmack ehrlich gesagt einen Tick zu viel des Guten, da es ja mehr als voraussehbar bleibt, dass die beiden schlussendlich doch nicht ohne einander können. Interessant fand ich, dass die Figur der Avalee vertieft wurde und sie eindeutig mehr Profil bekam, während sie im ersten Band noch etwas zweidimensional wirkte. Und natürlich durfte Meggie auch nicht fehlen. 

Man merkt zudem, dass Mona ihre Schattenwelt immer mehr verfeinert, die Personen gewinnen an Leben und Energie, entfernen sich teilweise von dem Klischeeverhalten, das ich im ersten Band noch etwas übermächtig empfand und man versteht immer besser ihre Verbindungen und Hintergründe. Auch aus diesem Grund empfehle ich, die Bände in der Reihenfolge zu lesen, weil sie eindeutig aufeinander aufbauen und man ohne Band 1 nur die Hälfte im Band 2 überhaupt versteht. Die Trilogie ist eine grosse Geschichte in drei Teile gesplittet und nicht eine 3er-Serie mit den gleichen Figuren. Ich bin mir sicher, dass Mona beim Schreiben des ersten Bandes schon viel mehr über die Folgebände in Gedanken zusammenbraute, bevor wir von Teil 2 überhaupt hörten. 

Ein kleiner Bonus ist zudem Monas Pinterest-Album zu der Schattentrilogie, wo sie Bilder zur Inspiration zusammentrug, die ich mir sehr lebhaft vorstellen kann. Vor der Lektüre fand ich die Sammlung nur hübsch anzusehen, nach der Lektüre identifiziere ich die Personen und Ideen zur Schattenwelt sehr gut und ein Blick in ihr Album schafft gleich die Atmosphäre der Bücher. 

Im Grossen und Ganzen ein gelungener zweiter Teil mit wieder wunderhübschen Coverbild.





3,5 von 5 Lese-Echsen





Bildergebnis für mona kastenMona Kasten wurde 1992 in Norddeutschland geboren und ist dort auch immer noch zu Hause. Wenn sie ausnahmsweise mal nicht in der Uni sitzt (oder vielleicht gerade dann), denkt sie sich Geschichten aus, in denen junge Protagonisten grosse und kleine Probleme bewältigen müssen. 
Sie lebt gemeinsam mit ihrem Mann und ihren Katzen sowie unendlich vielen Büchern, liebt Koffein in jeglicher Form, lange Waldspaziergänge und Tage, an denen sie nur schreiben kann.


Mehr auf: Mona Kasten
Ihr Youtube-Kanal: Mona






12. Oktober 2016

Sebastian Fitzek - Passagier 23




Autor: Sebastian Fitzek
Titel: Passagier 23


Verlag: Droemer
ISBN: 978-3-42569-5
Erschienen: 2014
Seiten: 432





Jedes Jahr verschwinden auf hoher See rund zwanzig Menschen spurlos von Kreuzfahrtschiffen. Noch nie kam jemand zurück. Bis jetzt...

Martin Schwartz, Polizeipsychologe, hat vor fünf Jahren Frau und Sohn verloren. Es geschah während eines Urlaubs auf dem Kreuzfahrtschiff "Sultan of the Seas" - niemand konnte ihm sagen, was genau geschah. Martin ist seither ein psychisches Wrack und betäubt sich mit Himmelfahrtskommandos als verdeckter Ermittler. Mitten in einem Einsatz bekommt er den Anruf einer seltsamen alten Dame, die sich als Thrillerautorin bezeichnet: Er müsse unbedingt an Bord der "Sultan" kommen, es gebe Beweise dafür, was seiner Familie zugestossen ist. Nie wieder wollte Martin den Fuss auf ein Schiff setzen - und doch folgt er dem Hinweis und erfährt, dass ein vor Wochen auf der "Sultan" verschwundenes Mädchen wieder aufgetaucht ist. Mit dem Teddy seines Sohnes im Arm...



Fitzek versteht einfach etwas von Spannung. In jedem Kapitel musste ich sofort wissen, was im nächsten passiert und habe den Roman in wenigen Tagen durch gehabt, obwohl sich eine ganz andere Geschichte entwickelte, als ich erst erwartete. Nichts Mysteriöses, keine Geister, aber dennoch so einige Rätsel gibt es auf diesem Kreuzfahrtschiff zu lösen.

Als ich den Klappentext zum ersten Mal las, erwartete - ja erhoffte ich sogar - eine Geistergeschichte oder zumindest etwas teilweise Mysteriöses, Unerklärliches. "Leider" steckt jedoch etwas anderes dahinter, wovon sich auch Fitzek inspirieren liess: Meist sind die verschwundenen Personen, im Schnitt 23 pro Jahr, gestorben. Suizid auf hoher See. Diese traurige Zahl ist keine Erfindung des Autors, sondern etwas für seine Inspiration als er selbst auf einem Kreuzfahrtschiff unterwegs war, was er auch im Roman erläutert. 

Sein Schreibstil konnte mich wieder gleich fesseln und so gewann nicht nur die Geschichte mit jeder Seite an Tempo. Irgendwann kommen so viele Rätsel, komische Ereignisse und verdächtige Personen, verschiedene Blickwinkel, Lügen und Versteckspiele zusammen, dass der Leser ziemlich im Dunkeln tapt bis am Ende alles aufgelöst wird. Auch wenn die Geschichte eine komplett andere Richtung als erwartet eingenommen hat, war ich nicht enttäuscht, wenn auch etwas schockiert. Gleich mehrere böse Machenschaften waren in die Ereignisse verwoben und gekonnt in ein Intrigennetz gespannt, die wie gesagt leider nicht rein fiktiv sind, sondern reale Tatsachen. Falls einige Details dabei unaufgelöst blieben oder Löcher aufweisen, fiel es mir nicht auf, weil es schlicht ein sehr vielfältiges und dichtes Netz an Lügen und Vertuschungen ist. Allerdings beweisst auch dies das Talent des Autors, so viele diverse Schicksale und Leben gekonnt miteinander zu knüpfen.

Was ich jedoch zu den Figuren generell sagen muss: Keine war mir wirklich sympathisch. Ich sorgte mich zwar um das Wohlergehen der ein oder anderen Person, ich fühlte mit einer Protagonistin mit und verstand die Beweggründe eines anderen Protagonisten, doch mich selbst mit jemanden identifizieren konnte ich nicht. Besonders der Hauptcharakter Martin Schwartz ist, wenn ich das so sagen darf, ziemlich gestört und kaputt. Ihm ist egal, ob er heute stirbt oder nicht, ob unter Schmerzen oder nicht. Er ist schlicht davon besessen zu erfahren, was damals mit seiner Frau und seinem Sohn passierte, was mit dem wieder aufgetauchten Mädchen geschehen ist und wie und wieso diese Geschichte scheinbar einen gleichen Nenner haben. Seine Reaktionen fand ich allerdings zu extrem und manchmal unverständlich. Auch der Bösewicht machte für mich nur teilweise Sinn, obwohl ich dessen Motive einsehe. Einige Nebenfiguren waren mir relativ egal, andere empfand ich als Schlüsselpersonen. Am unterhaltsamsten war jedoch mit Abstand die alte Dame, die auf eine ulkige Art einen Sprung in der Schüssel hat.

Unterm Strich hat mir die Spannung, das Kreuzschiff, die Vernetzung so vieler verschiedener Charakteren und Motive sowie der Schreibstil gefallen. Die Protagonisten per se, das Ende bzw. die Auflösung und die traurige Wahrheit bezüglich Passagieren 23 gefielen/gefallen mir hingegen weniger.



4 von 5 Lese-Echsen





Sebastian Fitzek wurde 1971 in Berlin geboren undlebt bis heute in seiner Heimatstadt. Er studierte Jura bis zum ersten Staatsexamen, promovierte im Urheberrecht und arbeitete dann als Chefredakteur und Programmdirektor für verschiedene Radiostationen Deutschlands.

Fitzeks Werke sind bislang in 18 Sprachen übersetzt. Als einer der wenigen deutschen Thrillerautoren wird er auch in England und den USA verlegt. Seine Gesamtauflage liegt bei bisher 3,5 Millionen verkauften Bücher. 

Mehr auf: Sebastian Fitzek


3. Oktober 2016

Mona Kasten - Schattentraum: Hinter der Finsternis





Autorin: Mona Kasten

Titel: Schattentraum - Hinter der Finsternis


Verlag: neobooks - Self-Publishing

ISBN: 978-3-847-61799-0
Erschienen: 2014
Seiten: 224 (E-Book)





Nach dem Tod ihrer Mutter wünscht sich Emma nichts sehnlicher, als der Finsternis zu entfliehen, die sie seitdem heimsucht. Womit sie dabei nicht rechnet, ist Gabriel, der plötzlich in ihr Leben tritt. Mit seinem arroganten Charme nimmt er ihre Gedanken völlig für sich ein. Doch die Dunkelheit lässt Emma nicht los. Alpträume, in denen ihr Schattenwesen erscheinen, machen ihr das Leben schwer. Und auch Gabriel ist nicht der, der er vorgibt zu sein - jede seiner Berührungen könnte sie in den Abgrund ziehen. Bald weiss Emma nicht mehr: Was ist Traum und was Wirklichkeit?



Ein gelungener Debütroman, der aber noch Steigerungspotential hat. Die Geschichte ist nicht neu, wenig überraschend, aber doch unterhaltsam. Fantasy mit Young Adult gemischt, locker leicht und ein wenig düster.

Ganz ehrlich gab ich diesem Roman hauptsächlich eine Chance, weil ich der Autorin schon länger auf Youtube folge. Denn Schattenwesen bewegen mich sonst eher weniger zum Kauf eines Buches, weil ich dahinter Vampire und ähnliche Kreaturen vermute und diese nur bedingt mag. Zudem bin ich vorsichtig mit Self-Publishing-Romanen, die irgendwie schnell gehypt werden und scheinbar überall aufkommen. Jeder Youtuber (darunter nicht wenige Booktuber) schreiben plötzlich Bücher. Ob die alle lesenswert sind, wage ich zu bezweifeln, aber wenn ich ein "Youtube-Buch" lese, dann doch eines aus der Feder eines Booktubers. Ich glaubte an das Schreibtalent von Mona und wurde nicht enttäuscht.

Zugegeben, die Geschichte ist nichts weltbewegend Neues, kein neuer Trend und nichts Bahnbrechendes. Eine Jugendliche mit einem schweren Schicksalsschlag verliebt sich in Jungen, der entweder der Unscheinbare ist (aber für sich ganz was Tolles) oder der von allen geliebten (aber Macho-Gehabe) oder der mit dem dunklen Geheimnis (was kein Geheimnis bleibt). Eigentlich ein alter Schuh, der immer mal wieder anders verkauft wird. Auch Mona bediente sich einiger Klischees und Stereotypen, leider... allerdings sehr passend für das Genre, das ihr selbst sehr gefällt und in welches sie ihre Geschichte platzieren wollte. Somit eben nicht ganz mein Geschmack, aber Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. 

Ihr Schreibstil ist abwechslungsreich, liesst sich fliessend und leicht und birgt noch grosses Steigerungspotenzial. Nicht, dass der jetzige Stil schlecht ist, aber etwas Feinschliff und mehr Übung (was sie mittlerweilen garantiert hat mit Band2 und 3 sowie 2 weiteren Romanen) wird dieser Diamant noch sauber geschliffen. Das Gleiche gilt für die Figuren. Obwohl die Hauptcharakteren gut ausgearbeitet sind, könnten einige Nebencharakteren noch mehr an Tiefe und Persönlichkeit gewinnen. Dafür sind die Beschreibungen der Lokalitäten wunderbar und kurbeln das Kopfkino leicht an, ohne Probleme fühlte ich mich bei Emmas Grossmutter im Laden wohl und hätte am liebsten auch gleich eine Eisschokolade bestellt. Sehr gelungen fand ich die Schattenwelt, von der im ersten Band wahrscheinlich noch wenig gezeigt wurde, im Vergleich was noch in den Folgebänden entstehen dürfte, nehme ich zumindest an. Mich persönlich hat der Bösewicht der Geschichte an meisten in den Bann gezogen, obwohl mich seine Enttarnung nicht überraschen konnte, ich hatte es schon länger geahnt. 

Band 1 endet mit einem Knall, gefolgt von einer Szene der Hauptcharakteren, die nicht unbedingt ein Cliff Hanger ist, aber doch auf mehr hoffen lässt. Vom Hocker gehauen hat mich Band 1 zugegebenermassen noch nicht, aber er macht mich neugierig auf die Fortsetzungen.



3,5 von 5 Lese-Echsen





Bildergebnis für mona kastenMona Kasten wurde 1992 in Norddeutschland geboren und ist dort auch immer noch zu Hause. Wenn sie ausnahmsweise mal nicht in der Uni sitzt (oder vielleicht gerade dann), denkt sie sich Geschichten aus, in denen junge Protagonisten grosse und kleine Probleme bewältigen müssen. 
Sie lebt gemeinsam mit ihrem Mann und ihren Katzen sowie unendlich vielen Büchern, liebt Koffein in jeglicher Form, lange Waldspaziergänge und Tage, an denen sie nur schreibne kann.
Mehr auf: Mona Kasten
Ihr Youtube-Kanal: Mona