23. Oktober 2017

Gretchen Rubin - The Happiness Project

Autorin: Gretchen Rubin
Titel: The Happiness Project

Verlag: Harper
ISBN: 978-0-06-241485-4
Erschienen: 2009
Seiten: 337
Sprache: Englisch



An einem regnerischen Nachmittag im Stadtbus, kam Gretchen Rubin der Gedanke: "Die Tage sind lang, doch die Jahre sind kurz. Die Zeit vergeht schnell und ich konzentriere mich nicht genug auf die Dinge, die wirklich wichtig sind." In diesem Moment entschliesst sie sich, ein Jahr lang sich dem Projekt Glücklichsein (Happiness Project) zu widmen.



Ein Jahr voller guter Vorsätze, pro Monat ein neuer Fokus, 12 Monate voller Abenteuer und Experimente, mit Rückschlägen und Erfolgen... und das alles dokumentiert auf ihrem Blog, der Grundlage für dieses Buch geworden ist. Ein Ratgeber zum Glücklichsein, um auf die wichtigen Dinge im Leben zu fokussieren, Gedanken anzuregen und vielleicht dein eigenes Leben im Kleinen umzuwandeln, denn Kleines kann Grosses bewirken.

Ich habe dieses Buch von einer sehr guten Freundin mit sehr grosser herzlicher Empfehlung geschenkt bekommen. Es sei ein Buch, das sie inspiriert und zum Nachdenken gebracht habe. Und das Gleiche gelang dem Buch auch mit mir. Da ich es auf Englisch gelesen habe und der Inhalt tiefgründig ist, habe ich es über mehrere Monate gelesen. Zuerst plante ich, jedes Monatskapitel in demjenigen Monat zu lesen, d.h. das ganze Buch über ein Jahr zu begleiten. Von diesem Plan bin ich zwar leicht abgekommen, doch ich habe fast ein Jahr immer mal wieder darin gelesen und versucht, die Ideen in meinen Alltag einzubauen. Dies gelang mir mal mehr, mal weniger.

Das Buch ist aufgebaut in 12 Kapitel - eins pro Monat. Und für jeden Monat hat sich Gretchen ein Hauptthema ausgesucht: Januar - Boost Energy. Februar - Remember Love. März - Aim higher. April - Lighten up. Mai - Be serious about play. Juni - Make time for friends. Juli - Buy some happiness. August - Contemplate the heavens. September - Pursue a passion. Oktober - Pay attention. November - Keep a contented heart. Dezember - Boot camp perfect.

Obwohl ich meinen Kleiderschrank nicht halb leer geräumt habe, versuchte ich, mir mehr über die materiellen Dinge in meinem Leben und meiner Wohnung bewusst zu werden. Mit diesem Bewusstsein kauft man auch nur noch (oder zumindest viel eher und bewusster), was man tatsächlich benötigt. Man lernt Dankbarkeit für Grosses und Kleines, für den Morgenkaffee, Sonnenstrahlen, für die eigene Gesundheit, für Zeit mit Freunden. Man beginnt positiver zu denken. Brainwashing - diesmal zum Guten. Jeder, der dieses Buch liest, wird Veränderungen durchleben, bewusst oder unbewusst, gewollt oder ungewollt. Doch keiner kann mir sagen, dass er nach dieser Lektüre absolut gleich bleibt. Nur schon durch das Bewusstsein, läuft man mit offeren Augen, mit einem frischen Blick durch den grauen Alltagstrott. Einige Kapitel, wie Buy some happiness, muss man an seine eigenen Präferenzen anpassen, auf seine eigene Situation beziehen. Andere Kapitel, wie Remember Love, sind im Generellen zu verstehen und anzuwenden, egal in welcher Situation man sich gerade befindet. 

Während meiner langsamen Lektüre, hatte ich auch Zeit fürs Zitatesammeln. Normalerweise neige ich nicht dazu, doch diesmal sieht das Buch gelesen aus, es wurde mehrmals aufgeschlagen, hat zwar keine Leserillen, aber ist leicht durchgebogen und vor allem: voller Post-its! Ein gelbes Sammelsurium reiht sich rundherum und markiert interessante Stellen, die ich gerne wieder nachschlagen möchte. 

"Just because something is fun for someone else doesn't make it fun for me."

"What I say about other people stick to me - even when I talk to someone who already knows me. So I do well to say only good things."

"It is easy to be heavy: hard to be light."

"You're happy if you think you're happy."

So viele Zitate oder Kapitelinhalte, die ich in Gedanken behalten möchte und deshalb markiert habe. Deswegen sind solche Ratgeber wichtig: Weil sie uns an das Wesentliche erinnern. Ich bin sonst kein Fan von Ratgebern, lese wirklich nur über ein Thema, dass mich brennend interessiert oder weil es in der Schule / Uni vorgeschrieben war. Doch dieses Buch werde ich behalten, als Erinnerung zum Glücklichsein. Sollte ich es einmal vergessen, schlage ich ein Post-it auf und denke wieder daran, dass nicht alles schlecht ist, dass ich meine Sichtweise positiver drehen sollte, nicht aufgeben soll und dankbar sein, für das, was ich schon erreicht habe.

Genau aus diesem Grund ist dieses Buch auch solch eine grosse Empfehlung: Glücklichsein hat so viele Quellen. Seid dankbarer für euer Leben, seid ambitionierter ohne Konkurrenzdenken, seid freundlicher - auch zu Idioten, pflegt Freundschaften und Leidenschaften (auch wenn ihr abgefallene Knöpfe von Jacken sammelt - egal, hauptsache es macht euch glücklich!). Denn ich glaube daran, dass wie man in den Wald ruft, kommt es zurück. Also verteilt euer breitestes Lächeln - das Leben lächelt zurück !



5 von 5 Lese-Echsen




Bildergebnis für gretchen rubinGretchen Rubin ist Autor von mehreren Bestsellern, darunter Better Than Before und Happier at Home. Sie arbeitete in einem Anwaltsbüro, als sie sich fürs Schreiben entschied, was sie erst auf einem Blog, später in Büchern verwirklichte. 

Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Töchtern in New York City. Ausserdem moderiert sie zusammen mit ihrer Schwester Elizabeth Craft, der bekannte wöchentliche Podcast Happier with Gretchen Rubin.




16. Oktober 2017

TAG - Meine Lesegewohnheiten

Zur Abwechslung wieder einmal ein TAG, den ich bei mehreren Booktubern gefunden habe und der ursprünglich von den englischsprachigen Leseratten geteilt wurde. Wie immer ist jeder getaggt bzw. eingeladen mitzumachen, wer Lust dazu hat. Ich freue mich immer, eure Antworten darauf zu lesen.


MEINE LESEGEWOHNHEITEN

1. Hast du einem bestimmten Platz zu Hause zum Lesen?
Grundsätzlich lese ich überall, wo es bequem ist. Meistens ist das entweder das Bett oder das Sofa. Oft gehe ich aber auch gezielt auswärts in meinem Lieblingscafé lesen.
Ungestört und langzeitig, inmitten einer Vielzahl Kissen und Kuscheldecke liest es sich aber am besten auf / im Bett.

2. Lesezeichen oder ein willkürliches Stück Papier?
Ganz klar Lesezeichen. Die liebsten sind mir die länglichen aus Karton mit einem hübschen Band oder einem bunten Gummiband am oberen Ende. Besonders für Taschenbücher finde ich diese Lesezeichen mit Gummi sehr praktisch, weil sie nicht nur die Seite markieren, sondern auch verhindern, dass mir das Buch in der Tasche zerfleddert.

3. Kannst du irgendwo aufhören in einem Buch zu lesen oder wartest du bis ein Kapitel zu Ende ist oder bis du 50-100 Seiten gelesen hast?
Sofern es möglich ist, beende ich gerne ein Kapitel oder eine runde Seitenzahl. Dies ist zum Beispiel der Fall beim Morgenkaffee oder abends, wenn ich ins Bett gehe (falls mir vorher nicht die Augen zufallen). Wenn ich jedoch unterwegs lese, in einem Wartesaal, im Bus, Zug oder Flugzeug... irgendwo eben, wo ich unterbrochen werden kann, aussteigen muss oder es sonst zeitlich nicht möglich ist, das Kapitel oder xy Seiten fertig zu lesen, bin ich ja gezwungen, meine Lektüre an Ort und Stelle zu unterbrechen. Ausserdem ist das von Buch zu Buch bzw. deren Kapitellänge unterschiedlich.

4. Isst oder trinkst du während des Lesens?
Ja, leidenschaftlich gerne. Kaffee, Tee, Saft. Manchmal auch nur Wasser, wenn ich wieder einmal auf 2-Liter-Wasser-pro-Tag trainiere, um weniger Zucker und Koffein zu konsumieren. Während des Lesens zu essen ist zwar seltener, aber auch immer mal wieder. Dabei handelt es sich meistens um Snacks und Süssigkeiten: Bonbons, Kekse, Schokolade, Popcorn oder auch mal ein Sandwich, falls ich unterwegs bin (z.B. im Bus oder Zug).

5. Multitasking: Musik oder Fernsehen während du liest?
Mag ich nicht besonders, kann ich aber, wenn es sein muss. Wenn ich lese, höre ich dabei keine Musik. Bin ich jedoch in einem Café, wo Musik im Hintergrund läuft oder jemand anderes Musik oder Radio hört, im gleichen Raum wie ich, stört mich das grundsätzlich nicht. Auch falls ein Fernseher im gleichen Raum läuft, in dem ich lese, stört es mich eigentlich wenig, ausser die Lautstärke oder das Programm ist zu grosse Ablenkung. Dann muss ich den Leseort wechseln oder die Person bitten, den Ton etwas leiser zu schalten.

6. Ein Buch oder mehrere Bücher gleichzeitig?
Ich bin ein 1-Buch-auf-einmal-Leser. Es gibt jedoch Bücher, die zu dick, schwer oder sonstwie unhandlich sind, um unterwegs zu lesen. Diese reinen Zuhause-Bücher bleiben somit neben meinem Bett oder auf meinem Tisch. Währendessen lese ich unterwegs ein leichteres Taschenbuch oder auf meinem E-Reader. Mehr als 2 Bücher gleichzeitig lese ich jedoch ungern und meist von unterschiedlichen Genres, um mich besser auf die Geschichten zu konzentrieren können ohne sie zu vermischen.

7. Zuhause lesen oder überall?
Wie schon in vorherigen Fragen erwähnt: Eigentlich überall. Sehr gerne daheim oder in meinem Lieblingscafé. Im Sommer auch stundenlang am Strand, sofern möglich. Früher las ich sehr viel unterwegs im Bus und Zug. Das  ist heute nicht mehr so, allerdings aufgrund des Arbeitsweges, der einiges kürzer ist heute.

8. Laut lesen oder still im Kopf?
Eindeutig still im Kopf nur für mich.

9. Überspringst du Passagen aus einem Buch oder sogar Seiten?
Sag niemals nie, aber... nein, eigentlich nie. Ich gehöre zu den Lesern, die sich bis zum Ende durchquengeln oder komplett abbrechen. Meist eher ersteres, weil ich ja doch wissen will, wie die Geschichte endet, obwohl sie mir nicht gefällt. Ich bereue zwar meist die "verlorene Lesezeit", aber ich kann auch nicht ruhig schlafen, wenn ich den Schluss einer Geschichte nicht kenne, nachdem ich den Anfang gelesen habe.

10. Den Buchrücken brechen oder ihn so belassen, dass er im besten Falle wie neu aussieht?
Niemals brechen! Das sollte verboten werden! Falls sich während der Lektüre einige Leserillen ergeben, ist dies kein Weltuntergang für mich. Dadurch sieht man, dass das Buch gelesen und die Geschichte entdeckt wurde. Den Seiten aber komplett nach hinten knicken, tut mir jedoch weh zu sehen.

11. Schreibst du in deine Bücher?
Schul- und Studienbücher, klar. Romane, nein. Falls ich mir etwas notieren möchte, markiere ich diese Stellen mit Post-It-Klebezetteln oder schreibe mir die Zitate heraus. Ins Buch selbst schreibe ich höchst ungern.

12. Wen taggst du?
Da der TAG schon nicht mehr der Jüngste ist und schon viele mitgemacht haben, tagge ich einfach jeden, der gerne mitmachen möchte. Denn ehrlich gesagt habe ich keine Übersicht, wer die Fragen schon beantwortet hat und wer nicht.

Also tagge ich einfach DICH (ja, genau, DU!) , sofern du Lust hast!




9. Oktober 2017

W.J. Kreftin - Aschekinder

Autor: W.J. Kreftin
Titel: Aschekinder

Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
ISBN: 978-1537529059
Erschienen: 2016
Seiten: 286




Ein schrecklicher Vorfall ereignet sich in der australischen Kleinstadt Swann Hill: Vier Jugendliche gehen über den Wechsel ins neue Jahrtausend im Busch zelten und verschwinden spurlos. Während ein teil der gespaltenen Bevölkerung an ein tragischen Unglück glaubt, sind andere von einem Gewaltverbrechen überzeugt. Das Verschwinden der Jugendlichen wird jedoch nie aufgeklärt.

Gegenwart: 15 Jahre später erleidet eine Mutter aus Swann Hill einen Nervenzusammenbruch. Sie schwört darauf, eines der 1999 verschwundenen Kinder als Erwachsenen in Melbourne wiedererkannt zu haben. Niemand glaubt der psychisch labilen Frau. Bis die Londoner Polizistin Rachel Buchanan, die an einem Polizeiaustausch teilnimmt, sich bereit erklärt, den alten Fall noch einmal aufzurollen. In Swann Hill stösst die Ermittlerin auf Widersprüche - und eine Menge Menschen, die offenbar kein Interesse daran haben, dass der Fall aufgeklärt wird. Unbeirrt und von einer Frage besessen, forscht Rachel weiter: Was ist mit den Jugendlichen passiert? 

Der Roman basiert auf einer wahren Begebenheit und zeigt schonungslos die dunkle Seite Australiens.




Toller Plot, lahme Umsetzung. Langsamer Start, schnelles Ende. Schauplatz, Ereignis und Schreibstil des Autores wären eigentlich interessant, doch der Aufbau und Ablauf der Geschichte war nach kurzer Zeit zu vorhersehbar und somit war schnell die Luft draussen.

Diese Geschichte las ich als E-Book und habe es mir heruntergeladen, weil es sehr gute Bewertungen hatte und gerade günstig angeboten wurde. Schnell begann ich zu lesen und kam auch leicht in den Lesefluss. Es wird abwechselnd im Heute und Damals (1999/2000) erzählt und anfangs auch die Vorgeschichte von Rachel Buchanan, die in London ihren kleinen Sohn bei einem Autounfall verliert. So gewann ich erst den Eindruck, dass sich das Buch in mehrere Schichten aufteilen wird und deshalb interessant wird. Doch die Ereignisse verknüpfen sich zu schnell und zu reibungslos ineinander, dass schliesslich alles auf das Eine hinausläuft. Die Spannung ist raus, bevor sie richtig steigen konnte. Das Ende ist keine Überraschung mehr und der Weg dahin so geradlinig wie ein Lineal.

In Anbetracht, dass die Geschichte auf einem wahren Fall basiert, bin ich zum einen traurig für die früh verstorbenen Seelen und wütend über die Schandtat anderer. Bezüglich des Buches, bin ich enttäuscht, dass aus einer solchen interessanten Geschichte nichts Spannenderes entsprang. Da spart sich der Autor sozusagen die Arbeit, einen kompletten Plot auszudenken wie bei fiktiven Werken und bekommt die Sache nur so hingemurkst interessant hin? Schade. Als Film könnten das traurige Ereignis mit dem richtigen Regisseur sicher einen spannenden Schauerfilm (besonders für die Silvesternacht) abgeben, doch als Buch hat es mit diesem Autor leider nicht funktioniert.

Die Figuren waren teils sehr sympathisch, teils sehr unsympathisch. Leider ist besonders die Hauptprotagonistin Rachel mir eher negativ aufgefallen, als dass sie mich begeistern konnte. Eigentlich läuft sie nur durch Swann Hill und ist wie ein Wunder immer im perfekten Moment am richtigen Ort. Und dann tauchen an den einfachsten Orten starke Indizien auf, die sicherlich vor 15 Jahren von vielen Polizisten schon brennend untersucht wurden (aber damals nichts fanden?!). Das ist nicht nur fehlende Authentizität, sondern schlicht lächerlich. Die Zahnräder klicken weiter perfekt ineinander und die Ereignisse werden immer vorhersehbarer. Ich bekam den Eindruck, dass der Autor in der ersten Hälfte um den heissen Brei redet, Figuren aufbauen möchte, Spannung sucht... und dann im letzten Drittel sich erinnert, dass er das Ganze noch auflösen müsste und dann einfach alles aneinander reiht, ohne Fantasie oder Witz. 

Ein Beispiel dafür ist, als Rachel aus dem Nirgendwo die Idee bekommt, sie muss auf dem alten Grundstück buddeln, auf dem eine Gedenkstatue für die Jugendlichen steht. Und prompt findet sie dort das grosse fehlende Puzzleteil. Doch dass die Errichtung und polizeiliche Bewachung dieser Gedenkstätte zuvor während 15 Jahren nie verdächtig war, aber jetzt plötzlich. Und dass die Polizei antrabt, als Rachel dort buddelt, sie aber scheinbar überrascht ist und sich sogar im Recht fühlt auf privaten Grund an einer Gedenkstätte ohne Bewilligung zu buddeln... Also, was für eine Polizistin ist das bitte? Wo hat die ihren Ausweis bekommen? Dem Jahrmarkt? Spätestens bei dieser Szene ist die Glaubwürdigkeit kaputt. Und darunter litt das gesamte Buch.

Wie ich später herausfand, gibt es einen Folgeband namens "Aschemädchen", der trotz des ähnlichen Namens nicht mehr mit den 4 Jugendlichen und Swann Hill zu tun hat, aber mit Rachel. Ein neuer Fall für die Austauschpolizistin in Australien. Ein neuer Fall, doch auch wenn eine ganze Serie daraus wird... ohne mich. Ein Buch hat gereicht, ein weiteres dieses Autores hat jeden Reiz für mich verloren.



2 von 5 Lese-Echsen




W.J. KreftingWilhelm J. Kreftin (Pseudonym) lebt und arbeitet in Münster. Nach dem Abitur studierte er Politikwissenschaften und Journalistik und lebte einige Zeit in Australien, wo er für verschiedene deutsche und australische Zeitungen arbeitete.
Schreiben ist seine grosse Leidenschaft, und Krefting liebt es, seine vielfältigen Erlebnisse in spannende Geschichten zu giessen. Seine schriftstellerische Karriere begann der Autor 2013 und hat bisher 5 Bücher veröffentlicht.


Neu bei INSTAGRAM

Liebe Bücherwürmer und Leseratten,

Wir leben in einer Zeit der Technik, wir sind die Generation Social Media, ein jeder scheint ein Profil auf Facebook, Twitter, Instagram, Tumblr, Pinterest und wie sie noch alle heissen, zu haben. Grundsätzlich bin ich gegen eine solche Entwicklung. Zwar habe ich das eine oder andere Profil auf der einen oder anderen Plattform. Doch ich versuche meinen Social-Media-Konsum in Grenzen zu halten. Ich mag nicht mein ganzes Leben mit allen Leuten im Internet teilen.

Aber... ich mag meine Lektüre mit anderen Leseratten teilen. Deshalb habe ich damals eine Facebook-Seite für meinen Bücherblog eingerichtet, um euch auch da über neue Rezensionen zu informieren. Was mich damals reizte, waren die Fotos. Ein Foto meines Leseortes, eines schönen Kaffeeschaums oder Bücherzitate, die mir gefielen, waren irgendwie zu klein, zu belanglos für einen eigenen Post auf dem Blog. Trotzdem wollte ich die Bilder mit euch teilen. Schon länger liebäuglete ich mit Instagram beziehungsweise mit der Bücher-Community auf Instagram - dem Bookstagram !
Ich verfolge andere Bücherblogs oder Bookdstagramer ohne Blog, die sich richtig viel Mühe mit ihren Bildern geben und ihre Lektüre wunderhübsch vorzeigen. Gespräche über Lieblingsautoren, Cliffhanger, Folgebände und aktuelle gehypte Bücher laufen rege auf dieser Plattform und ich kommentierte fröhlich mit - mittels meinem privaten Usernamen. Nun fasste ich den Entscheid, auch auf Instagram einen Platz für meinen Blog einzuräumen. Denn ich möchte mit meiner Bloggeridentität in der Bücher-Community an den Gesprächen teilhaben und neue Kontakte knüpfen. Ich möchte mein Privatleben wahren und es dennoch anderen Leseratten ermöglichen, meinen Blog einfach zu entdecken. Also grundsätzlich: Ich möchte Privatleben und mein Bücherleben klar voneinander trennen. Weil nicht alle meine Freunde sich so sehr für Bücher interessiert wie ich und weil andererseits nicht jeder meiner Bücherfreunde den gleichen Einblick in mein Privatleben bekommen sollte. Ich hoffe, ihr versteht das?

Wie denkt ihr über dieses Thema? Muss jeder Bücherblog auch auf Facebook, Instagram oder auch anderen Plattformen vertreten sein? Oder erzeugt dies bloss Spam und das eigentliche Bloggen verliert an Qualität? Habt ihr selbst ein Konto?

Mich würde eure Meinung sehr interessieren!
Und wer auch auf Instagram unterwegs ist, darf mich natürlich gerne ab sofort auch dort besuchen:


lese.echse.mona ist ab sofort online.



Schuld an meiner neuen Liebe für Bookstagram sind unter anderen:













3. Oktober 2017

Cristina Caboni - die Oleanderschwestern

Autorin: Cristina Caboni
Titel: Die Oleanderschwestern


Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3-734105098
Erschienen: 2017
Seiten: 416





Zwei Schwestern, ein Blumengarten in der Toskana und ein Sommer, der alles verändert...

Wenn Iris inmitten ihrer Blumen ist, ist sie glücklich. Doch als eines Tages eine Frau vor ihr steht, die ihr bis aufs Haar gleicht, gerät ihre Welt ins Wanken. Wer ist sie und was hat das zu bedeuten? Wie Iris liebt es Viola, sich mit Blumen und ihren Düften zu umgeben. Die beiden sind Zwillinge und wussten bislang nichts von der Existenz der jeweils anderen. Um mehr über ihre Familiengeschichte zu erfahren, reisen die Frauen in die Toskana, wo sich der Landsitz der Donatis inmitten eines prachtvollen Blumengartens befindet. Die Schwestern werden bereits von ihrer Grossmutter erwartet - und nur sie kann den beiden helfen, das Rätsel ihrer Herkunft zu lösen...



Ein Wohlfühlschmöker für Blumenliebhaber, eine Familiengeschichte für Italienfans und Flora-Wissen für Hobbygärtner. Eine leichte Frühlingslektüre mit düsterer Hintergrundgeschichte, die mich grundsätzlich gut unterhalten konnte, aber einige Schwachstellen aufweist.

Jedes Kapitel wird mit einer Blume eingeleitet. Die Autorin gibt Symbolik der jeweiligen Blüten wie auch Hinweise, wie die lieben Pflänzchen am liebsten gewässert werden und ob sie lieber im Schatten oder in der Sonne stehen. Diese Idee fand ich schön, obwohl mir Blumen nicht viel näher interessieren, als dass sie eben hübsch anzusehen sind. In diesem Roman ergibt es aber Sinn und ist ein schönes Extra für Hobbygärtner.

Der Schreibstil liest sich ebenfalls leicht und locker und ich fand mich schnell in der Geschichte. Obwohl ich mich mit Iris nicht unbedingt identifiziere, war sie mir nicht unsympathisch. Viola würde ich ebenfalls nicht mit mir vergleichen, ich mochte sie aber anfangs klein wenig mehr als ihre Schwester. Dies wechselte jedoch im Verlauf der Geschichte, weil Viola sich als ziemlich dickköpfig, leicht zickig und abwehrend herausstellte. Das Traurige daran ist: Ich verstand den Grund gar nicht, sondern fand es sogar eher hinderlich für die Geschichte. Natürlich ist es ein Schock, wenn du nur mit einem Elternteil aufwächst und dann auf einen Schlag erfährst, dass das andere Elternteil nicht tot ist und mit deiner Zwillingsschwester lebt, die dein Schicksal teilt. Hinzu kommt eine Grossmutter auf einem riesigen Anwesen in Italien. Trotzdem hätte ich diese rebellisch-kindliche Reaktion von Viola nicht nur das ganze Buch gezogen, weil sie dadurch jünger und unfreundlicher wirkt. Iris auf der anderen Hand wird als feine, zarte Blüte beschrieben, genau das Gegenteil ihrer Schwester, trotz innerer Stärke. 

Die Geschichte wird aus beiderlei Sicht geschrieben, wenn auch leicht mehr aus der Sicht von Iris. Dazwischen bekommt der Leser Einblicke in die Gedanken der Grossmutter. Interessant fand ich die kurzen Rückblenden in die Vergangenheit, in der eine Bianca Donati von ihren Gefühlen und Ängsten erzählt. Klar hat dies auch mit der späteren Zwillingsgeschichte einen Zusammenhang, aber ich möchte an dieser Stelle nicht spoilern. Nach der Hälfte des Buches, sollte jedoch jedem Leser, der sich gut auskennt in diesem Genre, klar sein, wohin die Erzählung uns führt und welche Optionen für das Ende wohl programmiert waren. So war der Schluss voraussehbar, aber nicht langweilig. Keine Überraschung, aber dennoch interessant.

Es gab einige Nebenfiguren, die ich gerne näher beleuchtet hätte, gerne etwas mehr von ihrer Geschichte erfahren hätte. Nicht nur, weil ich mich persönlich für diese Charaktere interessiere, sondern weil ich auch glaube, dass es der Geschichte hilfreich gewesen wäre. Allerdings gab es auch eine spezifische Nebenfigur, die ich absolut nutzlos fand. Ein nettes Nice-to-have, aber eigentlich nicht ausschlaggebend für die Erzählung und störte daher eher, wegen der Unterbrechung der eigentlichen Geschehnissen.

Im Gesamten hat mich das Buch gut unterhalten und war nicht schlecht. Abgesehen von dem wunderhübschen Cover, bezweifle ich jedoch, dass es mir allzu lange in Erinnerung bleiben wird. Denn obwohl ich gerne Familiengeschichten lese, war diese ein wenig zu konzipiert, zu sehr gewollt. Ich hätte mir mehr Spannung gewünscht, ein wenig mehr Handlung, eine aktivere Grossmutter. Am besten verlgeichen lässt sich der Roman wohl selbst mit einem Blumenbeet. Man wandert durch den Garten, findet die Gesamtansicht schön, doch ehrlich gesagt mag man einige Blumen lieber als andere. Das Farbenmeer des kompletten Beetes verzaubert, trotz dem bisschen Unkraut am Rand, trotz der Auswahl von nicht nur Lieblingsblumen. Man steht nur da und geniesst die Aussicht, bis man eben genug davon hat. Genauso fühle ich mich: Es war ein netter Besuch im Blumenbeet. Doch nun habe ich mich satt gesehen.




4 von 5 Lese-Echsen



Bildergebnis für cristina caboniCristina Caboni lebt mit ihrer Familie auf Sardinien, wo sie Bienen und Rosen züchtet. Ihr Debütroman "die Rosenfrauen" verzauberte die Leser weltweit und stand in Deutschland wochenlang auf der Bestsellerliste. Ihr zweiter Roman "die Honigtöchter", der auf ihrer Heimatinsel spielt, und "die Oleanderschwestern" waren ebenfalls grosse Erfolge. "Der Zauber zwischen den Seiten" ist nun ihr viertes Buch.



27. September 2017

Stephen R. Lawhead - Der Schicksalsbaum

Autor: Stephen R. Lawhead
Titel: Der Schicksalsbaum


Verlag: Bastei Lübbe
ISBN:978-3-404-20838-8
Erschienen: 2014
Seiten: 382



Kit Livingstone ist ein Zeitreisender. Er kann auf den Ley-Linien durch die Dimensionen reisen und sucht nach den Teilen der legendären Meisterkarte, die alle Welten verzeichnet. Doch plötzlich mehren sich ungewöhnliche Phänomene, die Kit von seiner Mission ablenken: Menschen finden sich auf exakt dieselbe Art und Weise, Brücken lösen sich plötzlich in Luft auf. Anscheinend wird die Realität instabil - und wenn sich dieser Vorgang nicht aufhalten lässt, droht die Auslöschung alles Lebens...



Flop des Jahres, teilweise aber auch meine eigene Schuld. Denn erst nach dem Kauf ist mir aufgefallen, dass dieses Buch der finale und fünfte Band einer Reihe ist, die ich überhaupt nicht kenne und deshalb auch die komplette Vorgeschichte nicht kannte. Mein Fehler. Trotzdem konnte es mich überhaupt nicht fesseln.

Abgesehen davon, dass ich die fehlende Informationen der vorherigen Bände meinem eigenen Fehler zuschreiben kann, war es auch nicht gerade mein liebstes Genre. Doch ab und zu versuche ich gerne etwas anderes und in diesem Falle machten mich die Zeitreisen neugierig. Im Verlauf der Geschichte wurden zwar Zeitreisen unternommen, temporale Sprünge sowie in unterschiedliche Länder, doch die legendäre Meisterkarte war absolut nicht, was ich mir vorgestellt habe. Es ging eher um ein Portal zur einer Seelenquelle, bei der das Zeitgefüge und somit das Ende der Welt gerettet wurde. Dass das Ley-Linien-System nicht weiter erklärt wurden, rechne ich mir selbst an, da es wahrscheinlich in den ersten Bänden genauer erläutert wurde. Das Gleiche gilt auch für die Figuren, die mir natürlich erst fremd waren.

Was die Figuren betrifft, muss ich gestehen, dass mir kein einziger Charakter symphatisch war. Ich konnte mit niemanden mitfiebern, viele blieben mir ein Rätsel, andere waren mir regelrecht egal und der Bösewicht war geläutert und somit langweilig, weil er sich dadurch nicht wirklich gegen Kit und sein Team stellte. Es fühlte sich also eher an, als würde ein Haufen Leute in verschiedenen Zeitzonen und Ländern nach dem geheimen Ort suchen, der das Weltende verhindern soll. Sie wanderten umher aus Gründen, die mir meist geheim blieben, weil ich die vorherigen Bücher nicht kannte. Der Gegner schien mit ihnen zu arbeiten oder parallel. Der Spannungsbogen war kaputt, die Luft raus (falls sie jemals drin war). Vielleicht konnte der erste Band die Leser packen, aber bis zum fünften Teil hätte ich bestimmt nicht gelesen, hätte ich die Geschichte von Anfang an kennen gelernt.

Der Schreibstil sagte mir auch nur bedingt zu. Der Autor beschreibt viel, auch vielerlei Gedanken und Charakterzüge. Oft dachte ich leise für mich an eine wichtige Regel für Autoren: Zeigen, nicht schreiben. Das heisst, es ist besser ein Gefühl zur Beschreibung zu übermitteln, als den Charakter einer Figur wie auf einem Lebenslauf einfach herunter zu labbern. Sprich: Ein eisiger Wind fuhr Kit durch die Glieder und liess die kleinen Häarchen auf seinen Armen aufstehen. Er bekam eine Gänsehaut und schlug den Jackenkragen hoch. Und eben nicht: Kit fror. Ihm war kalt, weil der Wind scharf wehte. Es klingt einfach platt und fantasielos. Allerdings wäre das Resultat noch mehr Beschreibung. Und somit kann ich nur eins sagen. Alle Handlungen könnte man auf knapp 100 Seiten zusammenfassen und nicht über fast 400 Seiten strecken.

Auch wenn ich kein Abzug für fehlende Infos, zu viele mir fremden Personen und wenig nachvollziehbare Handlungen aufgrund meines eigenen Fehlers zählen kann, so hat der Roman mich aber auch nicht mit anderen Pluspunkten überzeugen können. Der Schreibstil fesselte mich nicht, die Beschreibungen waren langatmig und unproduktiv, die Figuren interessierten mich kaum, manche nervten mich sogar und das Finale war mir egal, weil Spannung nicht vorhanden ist und kein Interesse weckt.



1 von 5 Lese-Echsen



Stephen R. Lawhead wurde 1950 in Nebraska geboren. 
Schon auf der Highschool schrieb er eine wöchentliche, humorvolle Kolumne und legte 1973 einen Abschluss als Bachelor of Arts ab. In folgenden Jahren war er redaktioneller Assistent bei einem Campus-Magazin.

Heute ist er Autor von meist historischen, aber auch Fantasy- und Science-Fiction-Romanen. Seine Werke haben oft einen starken Bezug zum christlichen Glauben und keltischen Mythen.

Seit 2002 lebt er mit seiner Frau und ihren 2 Söhnen in Österreich.

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21. September 2017

Robert McCammon - Matthew Corbett und die Hexe von Fount Royal

Autor: Robert McCammon
Titel: Matthew Corbett und die Hexe von Fount Royal


Verlag: Luzifer
ISBN: 9783958351981
Erschienen: 2017
Seiten: 400



Geht eine Hexe in Carolina um? Das zumindest glauben die Bewohner der kleinen Stadt Fount Royal. Ihr Name ist Rachel Howarth, eine Fremde - wunderschön und mutig. Kein Wunder, dass sie von manchen Einwohnern gehasst wird und den meisten zumindest suspekt vorkommt.

Der fahrende Friedensrichter Isaac Woodward und sein scharfsinniger Gerichtsdiener Matthew Corbett sollen ihr den Hexenprozess machen. Die Beweise sind erdrückend: In ihrem Haus finden sich okkulte Hinweise, sie weigert sich, die Worte des Herrn zu sprechen, und Zeugen berichten von unaussprechlichen Dingen, die sie mit dem Leibhaftigen selbst begangen haben soll.

Aber Matthew zweifelt an den Anschuldigungen. Gibt es so etwas wie Hexerei wirklich? Und wenn Rachel tatsächlich wie ein Dämon durch die Nacht fliegen kann, wieso hat sie sich dann nicht längst selbst aus dem Gefängnis befreit?

In Fount Royal gehen noch weitaus rätselhaftere Dinge vor. Wer ermordete Rachels Ehemann? Wer wäre imstande, eine ganze Stadt zu paralysieren? Und wer würde davon profitieren, wenn die Hexe verbrannt würde?

Es tobt tatsächlich ein Kampf zwischen Gott und Teufel, zwischen Gut und Böse in dieser Stadt, und selbst die Unschuldigen sind nicht länger sicher. Schon bald muss sich Matthew Corbett mit Herz und Hirn dem wahrhaftigen Bösen stellen, das in Fount Royal umgeht...



Ich fühle mich betrogen. Um die Auflösung der Rätsel, um das Ende der Geschichte, um meine wertvolle Lesezeit. Sicherlich, die Erzählung war sehr interessant, besonders zum Ende hin äussert spannend. Aber genau deshalb traf mich wohl dieser gigantische Cliffhanger auch so hart.

Es beginnt in einem Sumpf. Der Richter und sein Gerichtsdiener sind durch einen düsteren Wald in einer stürmischen Nacht auf dem Weg nach Fount Royal, um der Hexe dort den Prozess zu machen. Doch bevor sie noch auf die Hexe treffen, finden sie Unterschlupf bei dem übelsten und scheusslichsten Schurken, der sogleich die Stimmung des Romanens festlegt: Düster, böse, nass und kalt, ständig auf der Lauer und nur von kleinen Freuden gesegnet. Das Jahr 1700 muss hart gewesen sein, der Hexenprozess kein Freudenfest, das war mir schon vorher klar. Doch über 400 Seiten liess sich die Sonne im wahrsten Sinne des Wortes kaum blicken. 

Der Schreibstil ist dem historischen Setting getreu mit einem manchmal altertümlichen Wortschatz und umständlichen Redensformen. Dies liess mich aber nur kurz aufhalten und ich wurde dennoch schnell mit der Erzählung warm. Die Beschreibungen sind so ausführlich, dass die Geschehnisse unschwer vor dem inneren Auge zum Kinofilm werden. Fast rieche ich die Pferdeäpfel, die ungewaschenen Sackleinen der armen Bürger, der nasse Wind vom Meer kommend. Ratten scheinen mir um die Füsse zu huschen, während ich von den Gefängnisbedingungen lese und meine Haut kribbelt bei den haarsträubenden Diskussionen ums Feuer der feinen Herren. Denn der Bürgermeister und Fount-Royal-Gründer Robert Bidwell hat ein ziemlich loses Mundwerk und ist in meinen Augen nicht der feine Christ, den er gerne mimt. Aber anscheinend hat so jeder in diesem Buch seine Geheimnisse, jeder hat nur Teilinformationen und viele werden von wilden Gerüchten und ihrer eigenen Todesangst geblendet. Die Geschichte ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass ein verängstigter und ungebildeter Haufen Leute mit Gerüchte mehr Unheil anrichten kann, als eine einzige Hexe - denn ja, ich bin überzeugt, dass Rachel leider das Opfer, nicht Teufels Braut ist. Ob ich damit richtig liege und wer wirklich seine bösen Finger wo überall im Spiel hat, das muss ich im Band 2 lesen.

Und hier kommt der Punkt, weswegen mich das Ende doch sehr verärgerte: Die Spannung ist am Höhepunkt, Matthew Corbett scheint dem Bösewicht heiss auf der Spur, das Urteil über die Hexe ist auf den nächsten Tag angesetzt und der Roman hat noch 5 Seiten, zeigt mein E-Reader. Ich blättere weiter und... "diese Geschichte geht in Band 2 weiter". Wie bitte?!?!?! Ich glaubte erst, mich verlesen zu haben. So trocken und doch so bösartig wie der Teufel selbst. Die weiteren 4 Seiten sind Werbung für andere Bücher. Ich wusste schon, dass es in einem weiteren Teil weitergehen würde. Ich dachte jedoch, nach dem Urteilsspruch der Hexe, nach dem Aufdecken des Bösen. Wie geht es nach diesem Gerichtsfall mit Matthew Corbett und Rachel Howarth weiter (oder nur mit ihm, falls sie doch ins Fegefeuer geschickt würde). Aber einfach so... unbeendet? Ich brenne auf Antworten und muss mich jetzt bis Ende Oktober 2017 gedulden, um weiterzulesen. Der wohl grösste Cliffhanger, den ich jemals antraf und den ich ehrlich gesagt, ziemlich gemein des Autores finde. Nun gut, ich kann es nicht ändern, aber verleitet mich fast dazu, dem Buch einen Abzug bei der Bewertung zu geben. Denn in meinen Augen war dies als Spannungseffekt nicht nötig, ich habe schon während der Lektüre mich dafür entschieden, Band 2 zu lesen - egal wie es ausgeht. Auf diese Weise scheint es mir jedoch eine unfaire Verkaufsstrategie oder eine dunkle Ader des Autors zu sein... oder eine Mischung aus beiden. Auf jeden Fall wirft es einen Schatten auf die sonst tolle, düstere Erzählung und lässt mich mit einem sehr bitteren Nachgeschmack sitzen. 

Nun freue ich mich also auf eine düstere, spannende und hoffentlich erklärende Fortführung, die Krimi, Horror und Geschichte toll vereint und für saisonale Leser ein gefundenes Fressen für Herbst-Winter sein dürfte.



4,5 von 5 Lese-Echsen




Bildergebnis für robert mccammonRobert McCammon ist der Autor der New York Times Bestseller Boy's Life und Gone South, sowie zahlreicher anderer von Kritikern hochgelobter Romane. Mehrere Millionen Exemplare seiner Bücher befinden sich im Umlauf. Robert McCammon ist für sein Lebenswerk mit dem Brak Stoker Lifetime Achievement Award ausgezeichnet worden und hat ausserdem den Grand Master Award der World Horror Convention und den World Fantasy Award erhalten.
Er lebt in Alabama, wo er 1952 auch geboren wurde.



18. September 2017

DIY - Bücherregal aus Obstkisten

Nach langer Zeit wieder einmal ein DIY. Diesmal etwas Grösseres, jedoch deshalb nicht Schwierigeres: Ein Bücherregal aus einfachen Holzkisten.


Ihr möchtet auch eins dieser einfachen, rustikalen Bücherregale, die ihr nach Lust und Laune wieder neu arrangieren könnt? Ganz simpel - habt ihr Holzkisten, habt ihr schon die halbe Miete!


Was braucht ihr dafür?
- Holzkisten (z.B. Obst- oder Gemüsekisten)
- Holzfarbe / Lack
- Pinsel
- Plastik, Zeitung oder anderweitige Unterlagen fürs Malen


 Am besten eignen sich Kisten aus Holzlatten, die zum Transport von Obst oder Gemüse gebraucht werden. Vielleicht könnt ihr auf eurem lokalen Markt beim Gemüsehändler danach fragen oder habt vielleicht selbst noch Kisten, die sonst ausgedient haben. Notfalls findet ihr möglicherweise solche Holzkisten auch im Baumarkt.
Ich habe mir für meine Kisten ein Braun ausgesucht, das ich bei Ikea gefunden habe. Den gleichen Lack gibt es auch in weiss oder schwarz. Wer eine grössere Auswahl möchte oder nicht in der Nähe eines Ikeas Zuhause ist, findet auch viele Farben und Lacke im nächsten Baumarkt. Wichtig: soll sich für Holz eignen.


Womit fangt ihr an?
Gleich losstreichen? Nein. Zuerst wusch ich die Kisten einmal gründlich, um Reste des vorherigen Inhaltes (Blätter, Äste, Krümel, Staub, Erde, etc.) loszuwerden. Am besten geht dies mit einem Gartenschlauch im Hinterhof oder eben Garten. Danach lässt man die Kisten mehrere Stunden in der Sonne oder bis zum nächsten Tag trocknen. Ich empfehle die Kisten an einem Tag zu waschen und erst am folgenden Tag zu streichen, damit das Holz wirklich komplett trocknen konnte.

Streichen
Ein grober Pinsel, etwa in der Grösse eurer Handfläche, fand ich persönlich am geeignetsten. Praktisch sind besonders Pinsel mit eher rauen Haaren und in verschiedenen Grössen. Handrollen, die besonders beim Streichen von Wänden ihre Verwendung finden, streichen bei Holzkisten nur bedingt und sehr ungleichmässig. Für kleinere Ecken und Kanten benötigt ihr zudem einen kleinen Pinsel.

Aufgrund der möglichen Ausdünstungen der Farbe oder des Lacks, empfiehlt es sich draussen zu streichen oder zumindest bei geöffnetem Fenster, um die Frischluft zu garantieren. Egal wo ihr streicht, ist zudem eine Unterlage keine schlechte Idee. Dazu könnt ihr alte Zeitungen, grosse Plastiksäcke oder eine eigens dafür vorgesehene Streichunterlage nutzen.

Je nachdem wie rustikal ihr es möchtet und welche Deckkraft eure gewählte Farbe hat, streicht ihr die Kisten mit nur einer Schicht oder in mehreren Schichten (benötigt gegebenenfalls wieder Trockenzeiten dazwischen). Wer es besonder rustikal möchte, kann auch sehr unordentlich streichen. Wer es wild mag, kann die Kisten auch in mehr als einer einzigen Farbe streichen und wer es glänzend mag, kann nach der Farbe auch noch einen Lack drüber malen. Obwohl ich selbst keinen abschliessenden Lack benutzte, kann ich diesen empfehlen, wer die Farbe besser versiegeln und schützen möchte.


Regal bauen
Je nachdem wie viele Kisten ihr habt und welchen Platz ihr für das Regal zur Verfügung habt, könnt ihr nun die getrockneten Kisten aufeinander und nebeneinander schichten. In meinem Fall waren es bloss 3 Kisten, die ich allesamt übereinander anordnete. Mit mehreren und vielleicht sogar unterschiedlich grossen Kisten könnt ihr jedoch ganze Regalwände bauen (Tipp: Grössere Kisten unten, kleinere Kisten oben... wegen der Gewichtsverteilung und Stabilität).


Optional, aber empfehlenswert: Mit Nägeln oder einer Art Dübel die Kisten verbinden oder an der Rückwand befestigen.


Einräumen
Der wohl amüsanteste Schritt für Bücherwürmer: das Regal einräumen! Dazu muss ich wohl wenig sagen. Also schnappt euch eure Bücher, Kerzen, Tassen und Dekoartikel und gibt den Kisten ihren neuen Zweck. Einmal füllen bitte!




Und nun ihr - wie sieht euer Bücherregal aus Holzkisten aus?



14. September 2017

Mary Higgins Clark - Denn vergeben wird dir nie

Autorin: Mary Higgins Clarke
Titel: Denn vergeben wird dir nie

Verlag: Heyne
ISBN: 9783641100780
Erschienen: 2013
Seiten: 290



Ellie Cavanaugh ist ausser sich, als der Mörder ihrer Schwester vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen wird. Zumal er nach wie vor behauptet, unschuldig verurteilt worden zu sein. Ellie war seit dem Geschehen zwanzig Jahre zuvor fest von seiner Schuld überzeugt. Jetzt will sie endgültig den Beweis dafür erbringen.




Eine tragische Familiengeschichte, deren Scherben Ellie heute aufsammelt. Ein Drama, das ihr Leben zeichnet und sie bis heute nicht los lässt. Eine Geschichte in der Vergangenheit, die aufgrund der Freilassung des Mörders auch heute wieder brennend interessiert - denn, ist er wirklich der Mörder oder Opfer seines schlechten Rufes? Oder wer sonst hätte Andrea, Ellies Schwester, umgebracht? Ist Ellie zurecht besorgt oder von ihren Albträumen geblendet?

Der Schreibstil liest sich sehr flüssig und besonders zu Anfang war der Roman ein toller Pageturner. Man ist sofort im Geschehen, die Rückblende zum Abend des Mordes setzt den Leser gleich über vieles in Kenntnis und man gewinnt schnell ein Bild von der Situation und den Hauptfiguren. So war mir Ellie auf Anhieb sympathisch und ihre Handlungen absolut logisch, zumal sie Langzeit-Opfer ist dieser ganzen Tragik. Ihre geliebte Schwester wurde ermordet als sie noch recht klein war und dazu war es Ellie, die auch noch die Leiche fand. Ihre Mutter kam mit dem Tod ihrer Tochter nicht zurecht, der Vater entfernte sich, die Familie brach auseinander und Ellie macht sich seit diesem grausamen Abend Vorwürfe, die sich niemand wünscht. Es ist somit nur verständlich, dass sie den Mörder nicht wieder frei wissen möchte und das mit allen Mitteln zu verhindern versucht.

Mit der Zeit wird mir Ellie jedoch zu fanatisch, zu gezielt mit ihrem Hass auf den Mörder. Denn tatsächlich gibt es Indizien, dass es doch jemand anderes hätte sein können. Ihr Verhalten wird mir persönlich zu egoistisch und zeigt, dass sie klar ein emotionales Opfer der Angelegenheit ist, geblendet von ihrer eigenen Trauer. Denn erst am Ende merkt sie, dass auch andere trauern, dass auch andere Personen unter den Umständen gelitten haben und noch immer leiden. Aber eben auch, dass nicht alle diese leidenden Personen auf ihrer Seite stehen, sondern auch unter Ellies Verhalten leiden. Obwohl mir Ellie damit immer unsympathischer wurde, fand ich es interessant, wie die Geschichte aufzeigt, welche Auswirkungen wir alle auf das Leben anderer haben. Auch wenn wir etwas gut meinen oder mit Recht handeln, kann dies für andere unfaire Konsequenzen haben.

Dazu kommen verschiedene Nebengeschichten, die sehr interessant waren, dann aber leider nur kurze Erwähnung fanden. Was ich sehr schade fand, war die Tatsache, dass diese Nebengeschichte nur soweit vertieft wurden, wie sie Indizien für Ellie lieferten. Besonders in der zweiten Hälfte des Romanes kamen noch immer neue Personen und Geschichten hinzu, allerdings nur noch, um den Strick um den Hals des Mörders enger zu knüpfen und Ellie Antrieb zu geben. Dies bewirkte jedoch, dass ich davon leicht gelangtweilt wurde. Nicht, weil die Nebengeschichten langweilig waren, aber weil sie sehr konstruiert wirkten, einfach um in die Geschichte zu passen. Als hätte die Autorin alle Mittel benutzt, um die Erzählung zu ihrem geplanten Schluss zu führen und auf dem Weg die Hingabe für den Weg selbst verloren. Die Details passten zu genau, die Zufälle schienen nicht mehr zufällig, es war immer mehr: Team Ellie gegen die Familie des Mörders.

Das Ende war dann dennoch spannend und toll, weil überhaupt nicht so erwartet. Zwar kam es doch zu einer Art "Happy End" für Team Ellie, aber eben auf einem Weg, den ich so nicht erwartet hätte. Auffällig fand ich, dass das Ende relativ kurz und knackig daherkam, vielleicht auch, weil ich mich davor noch ein wenig langweilte und plötzlich alles aufgelöst werden musste. Ich hatte den Eindruck eines aufgeschreckten Hundes, den man aus dem Schlaf riss und der nun wütend bellt und mit den Zähnen knirscht. 

Grundsätzlich kein schlechter Roman, tolle Figurenentwicklung und gekonnte Verflechtung diverser Geschichten. In diesem Fall jedoch einige kleine Abzüge für die mangelnde Authentizität, weil leider doch etwas gekünstelt gegen Ende und weil ich mir den Schluss etwas anders gewünscht hätte.




3,5 von 5 Lese-Echsen




Ähnliches FotoMary Higgins Clark, geboren 1928 in New York, wuchs in der Bronx auf. Ihr Vater starb, als sie kaum elf Jahre alt war. Die Mutter zog sie und ihre beiden Brüder allein gross. Nach der Highschool machte sie eine Ausbildung zur Sekretärin und war drei Jahre in einer Werbeagentur tätig, bevor sie das Reisefieber packte und sie ab 1949 als Stewardess für PanAm arbeitete. Ein Jahr später heiratete sie ihren Nachbarn Warren Clark. Kurz nach ihrer Hochzeit begann sie, Erzählungen zu schreiben Sie verkaufte die erste im Jahr 1956 für 100 Dollar an eine Zeitschrift. Nach dem plötzlichen Tod ihres Ehemannes im Jahr 1964 verfasste sie bald ihr erstes Buch, einen biographischen Roman über George Washington. Sie schrieb immer morgens zwischen 5 und 7 Uhr, bevor die 5 Kinder zur Schulen mussten. Der erste Kriminalroman "Wintersturm" (1975) bedeutete einen Wendepunkt in ihrem Leben und in ihrer Karriere: Er wurde zum Bestseller. Neben dem Schreiben studierte sie Philosophie und schloss 1979 ihr Studium mit Summa cum laude ab.
1966 heiratete sie nochmals und lebt heute in Saddle River, New Jersey.