29. Mai 2017

Monika Feth - der Erdbeerpflücker

Bildergebnis für der erdbeerpflückerAutorin: Monika Feth
Titel: Der Erdbeerpflücker


Verlag: cbt
ISBN: 978-3-5703-0258-3
Erschienen: 2003
Seiten: 352





Die Jette-Thriller

Als ihre Freundin ermordet wird, schwört Jette öffentlich Rache - und macht den Mörder damit auf sich aufmerksam. Er nähert sich Jette als Freund, und sie verliebt sich in ihn, ohne zu ahnen, mit wem sie es in Wahrheit zu tun hat.



Thriller für junge wie auch ältere Leser, der Auftakt der Reihe der Jette-Thriller, tolle Cover und spannende Geschichte, wenn auch nicht bahnbrechend.

Der Schreibstil ist einfach zu lesen, fliessend und leicht, man ist sofort in der Geschichte drin, lernt der Reihe nach alle Hauptfiguren kennen - inklusive des Mörders! Dieses Detail, das gar nicht so klein ist, fand ich persönlich recht spannend. Denn damit kann die Autorin keine Spannung nur mit der Frage des Mörders aufbauen, sondern muss sich etwas Besseres einfallen lassen. Und das ist ihr geglückt. Meiner Meinung nach ist es viel fürchterlicher mir vorzustellen, dem Mörder so nahe zu sein, ohne zu wissen, wer er ist. Anstatt Angst vor einer unbekannten Person zu haben, ist der Gedanke, dass die Freundin des letzten Opfers, mögliches zukünftiges Opfer sogar mit dem Mörder anbandelt ohne es zu wissen... das ist Gänsehaut. 

Betreffend den Figuren war ich jedoch etwas enttäuscht. Obwohl mir die Freundinnen anfangs sehr, bis zum Ende zwar weniger, aber trotzdem immernoch sympathisch waren, gibt es wenige Nebenrollen, die mich nur mässig begeistern konnten. Jettes Mutter schimpfte ich zuerst beinahe ein Klischee, wurde dann jedoch ungestimmt und freue mich, hoffentlich von ihr wieder zu lesen in Band 2. Jette selbst fand ich ein wenig platt. Zu wenig Persönlichkeit, zu korrekt, glatt irgendwie. Ausserdem heisst die Reihe Jette-Thriller, aber eigentlich ist zumindest in Band 1 Jette beinahe auch ein Opfer und ihre Freundin Merle ist diejenige, die das Ruder rumreisst und das Rätsel löst. Mich hat das persönlich gestört, dass Merle ihren Erfolg an Jette abtreten muss. Eine andere Figur, die ich allerdings sehr interessant fand, war der Mörder selbst. Obwohl ich ihn nicht ganz verstand und nicht immer nachvollziehen konnte, zeichnete die Autorin ihm eine Persönlichkeit mit Ecken und Kanten, mit Hintergrundgeschichte und Beweggründen, was anderen Figuren definitiv fehlte, die blieben teilweise ziemlich zweidimensional.

Ich hoffe, dass sich die wenigen Kritikpunkte in Band 2 noch verbessern und mir die Reihe genug Spass macht, um alle Bücher durchzulesen. Falls sich die Spannung jedoch legen wird und die Figuren nicht an Tiefe gewinnen, weiss ich nicht, ob ich die Serie doch nicht abbreche. Denn geschrieben sind sie toll, der Plot war unterhaltsam und die Cover sehen aneinander gereiht einfach toll aus.






3.5 von 5 Lese-Echsen





Bildergebnis für monika fethIhr Berufsleben startete die  1951 in Hagen geborene Monika Feth nach dem Studium der Literaturwissenschaft zunächst als faktentreue Journalistin. Erst später wandte sie sich  wieder ihrem Hobby, der Literatur, zu und begann Geschichten zu erfinden. Zunächst wurden diese als Jugendbücher veröffentlicht. Durch den Erfolg ihrer Krimis gewann sie allerdings zusehends auch erwachsene Leser, und zwar nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland. In knapp 20 Sprachen werden die Bücher von Monika Feth mittlerweile übersetzt. Die Autorin ist Nordrhein-Westfalen treu geblieben und lebt in der Nähe von Köln.

22. Mai 2017

Literarische Papier-Rosen selbstgemacht

Ihr wollt ein Geschenk hübsch herrichten, einen besonderen mal etwas anderen Blumenstrauss einer Buchliebhaber-Freundin überreichen, euer Instragram literarisch-fantastisch aufbessern - dann aufgepasst mit diesem Hingucker:

Papier-Rosen aus kopierten Buchseiten

das literarische einfache DIY für diesen Monat.

Ähnliches Foto



Die folgende Beschreibung habe ich via Pinterest auf dem Blog 100layercake.com gefunden, die Fotos sind demnach auch nicht meine. Aber die Anleitung und Bilder waren so schön, dass ich es unnötig fand, es nochmal selbst zu wiederholen.

Schritt 1: Rosenblätter ausschneiden
Ihr braucht mindestens 4-5 verschiedene Grössen. Schneidet sie möglichst ohne Schablone, so wird jedes Rosenblatt einzigartig, wie in der Natur eben. Um keine echten Buchseiten zu zerschneiden, könnt ihr natürlich eine Doppelseite eures Lieblingsbuches kopieren und dieses Papier verwenden.

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Schritt 2: Rosenblätter formen
Um einen möglichst natürlichen Look zu kreieren, biegt die abgerundeten Ecken nach hinten (was später nach unten sein wird). Gebt den Blättern Form, indem ihr sie beispielsweise um einen Stift wickelt, oder auch ein Zahnstocher oder Streichholz können zur Hilfe genommen werden. Auch hier gilt: Umso unregelmässiger, umso natürlicher und einzigartiger wird das Resultat.

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Schritt 3: Das Herz der Rose
Für die Mitte schneidet ihr ein weiteres Rosenblatt aus eurem "literarischen Papier" und rollt es um ein Stück Draht oder auch einen Zahnstocher. Dort klebt ihr es an und befestigt somit den Stil in der Mitte der späteren Rose.

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Schritt 4: Rosenblätter ankleben
Klebt nun die verschiedenen Rosenblätter drumherum an. Gibt etwas Leim an die untere Innenseite jedes Rosenblattes und fügt es der Mitte hinzu. Einmal rundherum über mehrere Lagen, sodass die Rose wächst und an Volumen gewinnt.

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Schritt 5: Schöner Abschluss
Nach der ganzen Kleberei könnte eure untere Ansicht der Rose mehr oder weniger hübsch sein. Um dies elegant zu überdecken, reicht ein wenig hübsches Band, wahlweise weiss oder beige im Stile der literarischen Rose - oder grün, um an echte grüne Blätter zu erinnern. Überklebt damit die untere Seite der Rosenblätter um den Stil und gebt der Rose damit auch Halt.

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FERTIG !
Ob als einzelne Rose oder als ganzer Bund - diese Papierblumen sind sicherlich der Hingucker!

diy paper flowers




8. Mai 2017

Martha Grimes - Das Mädchen ohne Namen



Autorin: Martha Grimes
Titel: Das Mädchen ohne Namen


Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-46492-0
Erschienen: 2001
Seiten: 416





Als die 17-jährige Andi in einer Pension irgendwo in New Mexico erwacht, ist sie entsetzt. Denn sie kann sich an nichts mehr erinnern: die letzte Nacht, ihre Herkunft, ihr Name, alles scheint wie ausgelöscht. Angst macht ihr auch die Auskunft der redseligen Wirtin, sie sei am Abend zuvor mit ihrem "Daddy" angereist. Instinktiv spürt Andi, dass von diesem Mann, der behauptet ihr Vater zu sein, höchste Gefahr ausgeht. Andy ergreift die Flucht. Doch nach einer Weile fasst sie gemeinsam mit ihrer neuen Freundin Mary einen mutigen Entschluss: Sie vertauscht die Rollen und wird selbst zur Jägerin...


Eine Road-Geschichte, die viel Spannung, ein Geheimnnis und Abenteuer verspricht. Abenteuer waren es viele, ein Geheimnis auch, aber die Spannung war meist tot. Und aus weiteren Gründen, die ich folgend gleich erklären möchte, war dies leider mein Jahresflopp 2017.

Der Schreibstil an sich kann ich nicht bemängeln, denn er liest sich ziemlich leicht und fliessend. Er glänzt nicht von literarischer Brillianz, doch die Autorin bedient sich einiger sehr schöner Metaphern, was mir bei Beschreibungen besonders gefällt. Das Cover möchte ich nicht bewerten. Nur soviel: Ich habe es für die Buchchallenge 2017 von Mandy gelesen, bei der ich dabei bin, und dort werde ich das Buch für den Punkt "hässlichstes Cover" abbuchen, sorry. Was die Schatten zweier Plastikgartenstühlen überhaupt bedeutet soll, bleibt mir schleierhaft.

Zur Geschichte: Andi trifft Mary in einer Apotheke, in der Nacht. Diese erste Begegnung fand ich sehr gelungen und bis dahin gefiel mir der Roman auch sehr gut. Auch als die beiden auf die Suche dieses Mannes ohne Gesicht und Namen gehen, kam das Abenteuer langsam ins Rollen. In wenigen Kapiteln wird man manchmal in die Vergangenheit geführt und erfährt mehr über die Suche von Andi nach ihrer Herkunft, jedoch nie weiter zurück als die Pension, denn sie erinnert sich scheinbar nicht nur an jene Nacht nicht mehr, sondern auch an ihr komplettes Leben davor nicht. Diese wagemutige und etwas unwirkliche Reise mit unbenannten Ziel führt sie an verschiedene Orte mit verschiedensten Erlebnisses. Was mir am Ende des Buches in Erinnerung bleibt: Es sind alles Abenteuer, bei denen Andi und Mary etwas Böses wieder gut herrichten oder zumindest helfen wollen. Kojoten aus Schnappfallen retten, verhungernde Hunde vor schlechten Besitzern und illegalen Hundekämpfen retten, einen korrupten Tierarzt verklagen, einem dubiosen Geschäftsbesitzer das Handwerk legen, eine illegale Wildkatzenfarm schliessen lassen, Kinderpornografie in einem Fall unterbinden... die Liste scheint ein Wirrwarr aus Themen, die die Autorin wohl nicht mag und Aufmerksamkeit darauf richten möchte. Dies an sich finde ich ja löblich, nur der Geschichte hilft es überhaupt nicht, weil es Andi nicht weiterbringt. Die meisten Abenteuer sind Etappen auf einer Reise, die auch ganz komisch endet und mich mit Fragen zurück lässt. Als wäre der Autorin nach vielen Stunden schreiben einfach kein tolles Ende eingefallen, aber all die unschönen Themen wurden ins Reine geschrieben. 

Dieses scheinbar kaum zusammenhängende Chaos aus unliebsamen Themen verdarb mir die Lektüre. Andi scheint nur auf Ärger aus und nicht nach ihrer Herkunft. Meist machten ihre Aktionen und Reaktionen wenig Sinn für mich. Mit Mary hingegen konnte ich mich schon eher identifizieren und mitfühlen. Allerdings soll diese 14-jährig sein, die sich aber als 16-jährige ausgibt, die schon Auto fahren kann und ziemlich erwachsen tut. Viel zu erwachsen und überlegt, als dass es authentisch wirkt. Das gleiche gilt für Andi. Nebenfiguren waren mir durch die Bank durch nicht sehr sympathisch, bis auf eine Person. Dies ist allerdings auch nicht besonders verwunderlich, wenn man den Haufen krimineller Saufburschen in dem Buch, eine ungewaschene Familie und ein paar stereotyp-gezeichnete Frauen auf die Liste setzt. 

Der Roman hätte grundsätzlich Potential, ab und zu Spannungsmomente und durchaus einen brauchbaren Plot. Doch die Autorin hat sich hier irgendwie verschrieben, unfokussiert, ungewollt und am Ende bleibt das grosse Geheimnis nur teilweise gelüftet, was mich erst recht unzufrieden zurück liess. 

Ein guter Drittel des Buches geht es übrigens auch um Wildwasser-Rafting. Wer also daran Interesse hat, zwei Mädels auf Problem-Suche und eine nicht sehr authentische, aber abwechslungsreiche Roadgeschichte... der ist hier sicherlich gut bedient. Mich hat es in eine 1-monatige Leseflaute gestürzt.



0.5 von 5 Lese-Echsen




Bildergebnis für martha grimesMartha Grimes wurde in Pittsburgh geboren und studierte an der University of Maryland. Sie unterrichtete lange Zeit kreatives Schreiben an der Johns-Hopkins-University und lebt heute abwechselnd in Washington, D.C. und in Santa Fe, New Mexico.